{"id":379,"date":"2018-03-07T19:06:22","date_gmt":"2018-03-07T19:06:22","guid":{"rendered":"https:\/\/engonien.net\/engonienwiki\/?page_id=379"},"modified":"2018-06-07T18:01:06","modified_gmt":"2018-06-07T18:01:06","slug":"die-legende-von-blut-und-feuer","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/engonien.net\/engonienwiki\/?page_id=379","title":{"rendered":"Die Legende von Blut und Feuer"},"content":{"rendered":"<h2 id=\"feuer_und_blut\" class=\"sectionedit1\"><\/h2>\n<div class=\"level2\">\n<p>Es war einmal vor langer Zeit, als die G\u00f6tter gar selbst noch auf Erden wandelten und gegeneinander Krieg f\u00fchrten. Prydracor, der Ewig Flammende, zog in den Kampf. An Seiner Seite Seine sieben S\u00f6hne, allen voran Destrutep, Sein Feldherr und General. Destrutep hatte einen Sohn, der die Leidenschaft und den Kampfesmut des Vaters mehr als nur personifizierte. Dies war Tiotep, der l\u00f6wenh\u00e4uptige Prinz des Krieges, mein Herr. Er war es, in dem das Feuer der Leidenschaft und der Glorie brannte wie der hellste Stern am Firmament. Er war der gr\u00f6\u00dfte aller Krieger und der Krieg, in den Er zog, war der gr\u00f6\u00dfte aller Kriege. Lachend st\u00fcrzte Er sich auf die feindlichen Heere und war ihre Zahl auch Million, nie sank Sein Banner in der Schlacht. Doch als die Alten selbst das Schlachtfeld betraten, spaltete sich der Himmel und die Erde sprang entzwei. Das Meer verschlang den Boden und die Berge spien Feuer. Es regnete Asche, Schwefel und Tod aus einem unheilschweren Himmel. Und danach war Stille\u2026<\/p>\n<p>Die Heerscharen der Ewigen waren aneinandergebrandet wie w\u00fctende Gezeiten und hatten das Land verheert. Die V\u00f6lker der Menschen kamen aus den H\u00f6hlen, in denen sie sich verkrochen hatten, und sahen, aber sie verstanden nicht, was geschehen war. Die Schrecken der Schlacht hatten ihren Geist verwirrt und wie Tiere waren sie, ohne die Namen der Ewigen zu kennen, die sie geschaffen hatten. Und viele Leben sollten vergehen, bevor ein Volk erwachte, das in seinen Leibern die St\u00e4rke, in seinen Herzen den Mut und in seiner Seele die Wahrheit trug, dass der Ewig Flammende sich ihnen offenbarte.<\/p>\n<p>Es war der Tag des brennenden Himmels, als Pyrdracor zu diesen Erw\u00e4hlten sprach und sie als Seine Kinder annahm. Er schickte ihnen Seine S\u00f6hne und deren Diener, sie zu lehren und zu f\u00fchren. Und als sie gelernt hatten, sprach Er zu ihnen und sandte sie aus, das Wort von der wahren Lehre in die Welt zu bringen. Und das Wort war Krieg.<\/p>\n<p>Priester und Missionare, sie alle zogen aus, um der Welt den Namen des Ewigen zu k\u00fcnden, doch allen voran zogen wir, die Diener des Prinzen des Krieges. Es waren gro\u00dfe Tage und wir k\u00e4mpften wie L\u00f6wen, brannten wie Feuer und tanzten den Reigen von Tod und Stahl, alles zur Freude unseres Herrn. Alinos, ein Land von Bauern und H\u00e4ndlern. Gesch\u00fctzt durch m\u00e4chtige St\u00e4dte der K\u00fcste und ihre Armeen. Ein Feind, der uns ebenb\u00fcrtig war, doch k\u00e4mpften ihre Truppen in der Art von S\u00f6ldlingen, ohne ihr Herz in die Schlacht zu tragen und ohne das Feuer ihrer Seelen zu entfachen. Drana, Menschen edlen Mutes und feinen Geistes. Zur\u00fcckgedr\u00e4ngt in ihre letzte Zuflucht k\u00e4mpften sie mit dem wahren Mut der Verzweiflung. Voller Stolz zogen wir in diesen Kampf, denn waren die Dranaer uns auch zahlenm\u00e4\u00dfig weit unterlegen, so k\u00e4mpften sie doch mit Herz.<\/p>\n<p>Es war der Vorabend der Schlacht, als Alatep, ein Sohn des Justotep, in unser Lager kam. Tiotep begr\u00fc\u00dfte ihn mit \u00dcberschwang, die Freude \u00fcber den bevorstehenden Kampf lie\u00df ihn leuchten wie die Sonne. Alatep aber schien bedr\u00fcckt, er trug eine schwere Last auf seinen Schultern und seine Miene war finster wie die Nacht. Er offenbarte sich meinem Herrn. \u201eWie sollen wir den Menschen Gerechtigkeit bringen, wenn wir selber keine Gerechtigkeit \u00fcben? Wie k\u00f6nnen wir mit m\u00e4chtiger Hand einen schw\u00e4cheren Feind einfach niederringen und es dann Gesetz und rechtens nennen?<\/p>\n<p>Erinnerst du dich, Bruder, an jene aus Caldros? Ein kleines H\u00e4ndlervolk aus Alinos. Tief in ihren Herzen glauben sie an Pyrdracor, doch haben unsere V\u00e4ter entschieden, sie mit Feuer zu schlagen wie alle anderen auch. Sie sahen keinen Ausweg mehr als zu fliehen. Ihre Schiffe liegen nun im Hafen von Drana. Und ihre Edlen beraten in dieser Stunde mit den Hohen von Drana dar\u00fcber, ob sie bleiben sollen und sich dem sicheren Untergang stellen oder \u00fcbers Meer fliehen. Ein Navigator aus Drana, der die Prinzessin aus Caldros geehelicht hat, hat angeboten, sie \u00fcber das Meer zu f\u00fchren in eine neue Heimat, wo sie frei leben k\u00f6nnen. Wie kann es sein, das unsere Taten die gl\u00e4ubigen Kinder dazu treiben, sich mit den Dienern des Nachtblauen einzulassen und mit ihnen Bande zu kn\u00fcpfen? Dass sie sich mit ihnen verb\u00fcnden, um ihr Leben zu retten? Zu retten vor uns, die wir doch kommen um ihnen den Glauben und das Leben zu bringen?\u201c<\/p>\n<p>Als er diese Worte h\u00f6rte, verfinsterte sich das Antlitz meines Herrn.<\/p>\n<p>\u201eWas soll es mein Belang sein? Auch wenn sie uns verraten, so werden sie gute Gegner sein und einen w\u00fcrdigen Kampf abgeben. Und was soll das Gerede vom \u00dcberleben? Welchen Wert hat ein Leben, das nicht gelebt wird? Lebe in deinem Haus, bestelle dein Land und siehe zu, wie deine Kinder aufwachsen. Oder stirb jung an Jahren in der Hitze der Schlacht mit dem Feuer in den Augen und der hei\u00dfen Glut im Herzen. W\u00e4re solch ein Leben voll Feuer, wenn auch kurz an Jahren, nicht so unendlich viel wertvoller als ein dutzend anderer!\u201c<\/p>\n<p>\u201eIch w\u00fcnschte mir, mein Herz w\u00fcrde so schnell schlagen wie das deine und mein Geist w\u00fcrde so hei\u00df brennen wie der deine. Brennen nur im Hier und Jetzt. Hei\u00df jede Sekunde leben, ohne an das Morgen zu denken. Doch ich bin geschlagen mit einem gr\u00fcbelndem Geist, der einem K\u00f6hlerfeuer gleich oft tagelang schwelt und nicht zu atmen wei\u00df wie du es vermagst. Und w\u00e4re ich wie Tiotep und w\u00fcrde leben f\u00fcr den Kampf, so m\u00fcsste mein Geist mich doch immerzu bremsen und mich fragen: Und morgen? Wenn diese letzte gro\u00dfe Schlacht geschlagen ist? Wer wird mir morgen gegen\u00fcberstehen? An wessen Schwert kann ich mich morgen messen, wo dies doch die letzte Schlacht sein wird, die f\u00fcr lange Zeit geschlagen wird? Du wei\u00dft es besser als ich. Wenn die Sonne morgen untergeht, wird Drana besiegt sein. Danach steht nur noch Sundan und dort wird der Krieg in Gr\u00e4ben und hinter Mauern gef\u00fchrt und nicht auf dem Schlachtfeld.\u201c<\/p>\n<p>So redeten die G\u00f6ters\u00f6hne die ganze Nacht und als der Morgen anbrach, sah mein Herr, dass in Neka die Tage des Heldenruhms sich f\u00fcr Ihn dem Ende neigten. So zog Er mit Alatep in den Himmel zu Seinem Vater und berichtete Ihm von dem Volk aus Caldros und wie diese noch an diesem Morgen Segel setzen w\u00fcrden, um diese Gestade zu verlassen. Nach einigem F\u00fcr und Wieder traf Destrutep eine Entscheidung. Sein Sohn sollte die Caldrier auf ihrem Weg in die Neue Heimat begleiten. Wo auch immer sie in der Ferne auf wilde Barbaren treffen w\u00fcrden, w\u00e4re Sein Mut gefragt, um ihnen das \u00dcberleben in einer fremden Welt zu sichern. Vor allem aber sollte Er wachen \u00fcber die M\u00e4nner aus Caldros, auf dass die Zungen des Navigators und die Lehren des Mitternachtsblauen keinen Einzug halten sollten in den Herzen der Fl\u00fcchtlinge.<\/p>\n<\/div>\n<h3 id=\"der_aufbruch\" class=\"sectionedit2\">Der Aufbruch<\/h3>\n<div class=\"level3\">\n<p>So gingen wir an Bord der Nemo: Mein Herr verkleidet als wandernder Schwertmeister und ein anderer der scharlachroten Schwadron und ich, als seine Sch\u00fcler. Wie es die Art meines Herren war, fand er schnell Anschluss und unterhielt sich angeregt mit der Prinzessin der Caldrier, als ein wandernder Priester des Justotep beim Navigator vorstellig wurde, um um Mitfahrt zu bitten. Auf einen Wink meines Herren n\u00e4herte ich mich dem Gespr\u00e4ch und mir wurde schnell gewahr, was mein Herr bezweckte. Denn in den Augen des fremden Priesters brannte ein Feuer, so tief und hei\u00df, wie ich es nur in den Augen meines Herrn je gesehen hatte. Dieser Priester war Alatep, Sohn des Justotep und gekommen, um uns auf unserer Reise zu begleiten. Aber nicht nur mir wurde die wahre Natur unseres neuen Begleiters gewahr. Der Navigator Adran Himmelsturm sah Alatep in die Augen und sein Blick war wie die unergr\u00fcndlichsten Tiefen der dunklen See. Doch auch jetzt, da er wusste, wer ihm gegen\u00fcberstand, so sank sein Mut nicht. K\u00fchn trat dieser Sterbliche dem G\u00f6ttersohn entgegen und unterbreitete Ihm die Bedingungen. Niemals wieder sollte Er sein Schwert erheben gegen die Diener des Nachtblauen. Tief in Seinem Herzen sollte er jeden Zwist verbergen, der je zwischen den Ewigen gewesen war um diesen V\u00f6lkern einen neuen Anfang zu erlauben. Wenig erfreut war Alatep, diese Forderungen aus dem Mund dieses Menschen zu h\u00f6ren, doch willigte er ein und begab sich an Bord. Als der Navigator sich umwandte, um wieder unter Deck zu gehen, streifte mich und meinen Herren sein Blick. Einen Moment traf sich der seine und meines Herren Glanz und es ward mir, als w\u00fcrden sie aufleuchten in beiderseitiger Erkenntnis. Da wusste ich, dass auch mein Herr das selbe Versprechen gegeben hatte, wie schwer es ihm auch gefallen sein mochte.<\/p>\n<p>Kurze Zeit sp\u00e4ter legten wir ab. Zu den Schiffen, die den Caldriern gegeben waren, gesellten sich diejenigen aus Drana, die ebenfalls die Stadt verlassen wollten. Ich wusste, dass Drana nicht lange \u00fcberleben w\u00fcrde, aber ihren Einwohnern schien dieser Gedanke sehr fern und nur wenige Schiffe begleiteten uns und suchten ihr Heil in der Flucht. Mir war schleierhaft, wie diese beiden so unterschiedlichen V\u00f6lker im fernen Andarra, von dem der Navigator stets erz\u00e4hlte, zusammen leben sollten. Zu stark war der Hass der Menschen aus Drana auf den Flammenden und Seine Kinder. In unseren ersten Tagen auf See setzten wir oft bei Windstille zwischen den einzelnen Schiffen \u00fcber, damit sich die Offiziere austauschen konnten und auch die Menschen zueinander finden konnten. Ein wenig fanden sie sich und manche freundeten sich an. Mein Herr hatte sich derweil f\u00fcr die Prinzessin der Caldrier erw\u00e4rmt und umgarnte sie auf jedem Schritt, den sie tat. Ihr schmeichelte sein Werben nat\u00fcrlich, doch war sie mit Adran Himmelsturm verm\u00e4hlt und hielt treu zu ihm.<\/p>\n<p>Eine Woche nachdem wir aufgebrochen waren, erreichte uns die Nachricht, dass Drana gefallen war. Die Nekaner hatten die Stadt erobert und geschliffen, so dass kein Zeichen mehr blieb, dass dort die Anh\u00e4nger des blauen Drachen gelebt hatten. Hatten die Fl\u00fcchtlinge aus Drana die Caldrier vorher gehasst, so verabscheuten sie sie nun zutiefst daf\u00fcr, dass sie immer noch den Flammenden anbeteten. \u201eWie k\u00f6nnt ihr nur einen Gott anbeten, der euren Untergang befiehlt?\u201c, so schrieen sie ihnen entgegen. Gerade neu begonnene Freundschaften zwischen den beiden V\u00f6lkern wurden auf eine harte Probe gestellt oder zerschellten schon im Voraus an dem Wahnsinn, der langsam um sich griff. Es gab zwei Anf\u00fchrerinnen unter den Fl\u00fcchtlingen aus Drana. Doch wo die eine, Aquila gehei\u00dfen, versuchte, die Gem\u00fcter zu beruhigen und den Menschen zu erkl\u00e4ren, da b\u00e4umte sich die andere geradezu auf und peitsche die Gem\u00fcter nur noch weiter auf.<\/p>\n<\/div>\n<h3 id=\"der_streit\" class=\"sectionedit3\">Der Streit<\/h3>\n<div class=\"level3\">\n<p>Es war gerade Abend geworden und wir hatten uns auf der Nemo getroffen um zu beraten, wie weiter verfahren werden sollte. Der Navigator, Aquila, Alatep und Haria, die Aufbrausende, sa\u00dfen an Deck des Schiffes und beratschlagten, w\u00e4hrend mein Herr abseits mit der sch\u00f6nen Prinzessin sa\u00df und ihr die Sterne und ihre Bedeutung erkl\u00e4rte. Wieder einmal steigerte sich Haria in eine wahre Hasstirade und mit jedem Blick auf meinen Herren wurde sie w\u00fctender, da dieser sich offensichtlich nicht die M\u00fche machte zu helfen. Doch dieses Mal entschied mein Herr, dass es an der Zeit war einzugreifen und ihr Einhalt zu gebieten. Mit dem Br\u00fcllen eines L\u00f6wen sprang Er von der Reling, auf der Er noch vor kurzen gesessen hatte und landete kampfbereit vor den Versammelten. Die Flammen des Ewigen umspielten seine Arme und formte eine M\u00e4hne um sein Haupt. Keine Zur\u00fcckhaltung mehr, kein Verstellen, f\u00fcr meinen Meister war die Zeit der Heimlichtuerei vorbei. Doch Haria sank nicht der Mut angesichts des glorreichen Prinzen des Krieges, wie ich es schon bei so vielen gesehen hatte, mehr war mir, als habe sie schon die ganze Zeit darauf gewartet. Mit einem Kreischen, das meinem Herren in nichts nachstand sprang auch sie auf und lie\u00df ihre Verkleidung fallen. Wie das tosende Meer umspielten sie die blauen Wellen Hydracors und der Speer, den sie pl\u00f6tzlich in der Hand trug, offenbarte die Zeichen Furathas. Sie war nicht eine Dinerin, sie war wahrhaftig Furatha, eine der sieben T\u00f6chter Hydracors, des mitternachtsblauen Drachen. Eine leibhaftige G\u00f6ttin mit Macht gesegnet, wie sie Desrutep, der Vater meines Herren, besa\u00df. Jeder von den beiden wusste, um welchen Gegner es sich handelte und jeder von beiden zog mit voller Absicht in die Schlacht, sich und seinen Weg zu beweisen. Als sie aufeinander prallten, erbebte das Schiff in seinem tiefsten Innern. Seit dem Krieg der G\u00f6tter selbst hatte ich keinen solchen Kampf mehr gesehen. Wo mein Herr stark und sch\u00f6n wie das glei\u00dfende Licht war, da war Furatha wie sein Spiegel und dunkel wie die See. Sie umtoste ihn, wie ein Orkan auf t\u00fcckischer See und er schlug zu mit all seiner feurigen Kraft. Wo er den Fu\u00df auf die Planken setzte, entz\u00fcndeten sie sich, da sie es nicht vermochten, seinem Feuer zu wiederstehen: Doch jedes Mal erloschen sie gleich darauf wieder ihn ihrem kalten Zorn. H\u00f6her und h\u00f6her schraubten sie sich in die L\u00fcfte, ein t\u00f6dlicher Reigen aus Feuer und Wasser am Himmel, f\u00fcr alle weit sichtbar nun in ihrer beider wahren Drachengestalt, ineinander verbissen in dem t\u00f6dlichsten aller K\u00e4mpfe.<\/p>\n<p>Unterdessen standen an Deck Alatep und die mysteri\u00f6se Aquila nebeneinander und sahen den Kampf der G\u00f6tter. \u201eEs ist Tioteps Schuld\u201c, sprach Aquila, \u201esein Werben um die Prinzessin hat dies bewirkt.\u201c \u201eAber mein Bruder wei\u00df, dass sie ewig nur Himmelsturm lieben wird\u201c, entgegnete Alatep, \u201eer wird den Wunsch seines Vaters nicht gef\u00e4hrden.\u201c \u201eBist du dir sicher, Alatep? Und selbst wenn, es ist egal. Haria w\u00fcrde sich niemals damit abfinden. Ein jeder Blick, den Tiotep irgendeiner Frau zuwirft, ist f\u00fcr sie wie ein Stich ins Herz. Sie k\u00f6nnte alle haben, gleich ob Gott oder Mensch. Doch hat sich ihr Herz den Einzigen erw\u00e4hlt, dessen Treue und dessen Liebe sie nie erringen kann, weil er nicht f\u00e4hig ist, jemand anderen als sich selbst zu lieben.\u201c \u201eTiotep!\u201c seufzte Alatep. \u201eJa\u201c, entgegnete die Anf\u00fchrerin der Danaer, \u201emeine Schwester hasst sich selbst daf\u00fcr. Sie wei\u00df, wie hoffnungslos es ist und sie wei\u00df auch genau, dass sie sich nur verliebt hat, weil es hoffnungslos ist. Aller Zorn, alle Wut, die du dort oben siehst, hegt sie gegen sich und nicht gegen dein Volk.\u201c \u201eWir m\u00fcssen etwas unternehmen. Das Schiff, die Menschen, sie werden durch diesen Zwist vernichtet werden.\u201c \u201eFeuer und Wasser, wo der eine ist, da kann der andere nicht sein. Adran Himmelsturm irrt. So schwer es mir auch f\u00e4llt, es kann keine gemeinsame Zukunft f\u00fcr unsere beiden V\u00f6lker geben\u201c, sprach Aquila, \u201esieh meine Schwester und deinen Bruder. So wird es vielen ergehen. Selbst die Macht der Liebe vermag sie nicht zu einen.\u201c \u201eAuch mein Herz ist voll Trauer. Eine gro\u00dfe Gelegenheit ist vertan. Doch sei gewiss, falls ich jemals meine Liebe verschenken w\u00fcrde, so w\u00e4rst du es gewesen, Chreatha, Herrin des Wandels.\u201c \u201eDu Schalk, du schmeichelst mir. Doch genug, lass uns unseren V\u00f6lkern und den beiden Verdammten helfen. Wir m\u00fcssen dem ein Ende bereiten. Rufe die brennenden Boten des Himmels und ich werde die St\u00fcrme befehlen.\u201c Mit diesen Worten sprang die junge Frau auf die Rehling und hinaus in die vom Kampf der Drachen aufgew\u00fchlte See. Alatep stand am Bug, breitete die Arme aus, gen Himmel und rief in der Sprache der G\u00f6tter. Und die Himmel antworteten. In finsterster Nacht barst ein Feuer durch die Wolkendecke und schlug in die Wasser ein. Erst ein Strahl vernichtenden Feuers, dann ein weiterer und Augenblicke sp\u00e4ter barsten dutzende aus dem feuerroten Firmament und fielen auf uns herab. Zur gleichen Zeit erhob sich ein blauer Drache aus den Fluten, schlug mit dem Fl\u00fcgeln und br\u00fcllte die Wolken an, ihrem Befehl zu gehorchen. Um jede Feuers\u00e4ule bildete sich ein Wirbelsturm, wie ich ihn noch nie gesehen hatte. Alle St\u00fcrme und alle Feuer verschmolzen zu einem einzigen riesigen Wirbel, der die Schiffe voneinander trennte. W\u00e4hrend der Navigator selbst das Ruder in die Hand genommen hatte und mit aller Kraft gegen die g\u00f6ttlichen Gewalten rang, folgten ihm die Caldrier nach Osten, w\u00e4hrend die Schiffe aus Drana nach Westen gedr\u00e4ngt wurden. Mit einem letzten Blick sah Alatep dem blauen Drachen hinterher, der am Horizont verschwand und auf einem der Schiffe der Dranaer landete. Dann richtete er seine Aufmerksamkeit auf meinen Herren und Furatha. Von ihrem Kampf geschw\u00e4cht waren sie Spielb\u00e4lle des beschworenen Unwetters geworden. Doch selbst dann lie\u00dfen Sie nicht von einander ab und bek\u00e4mpften sich immer noch verbittert. Mit einem letzten Aufschrei Seiner Macht rief der Sohn Justoteps das brennende Firmament an und ein Fels, gro\u00df wie drei M\u00e4nner st\u00fcrzte brennend herab und schmetterte die beiden k\u00e4mpfenden G\u00f6tterkinder auf das Deck der Nemo. Wieder in ihren menschlichen K\u00f6rpern lagen Sie verletzt und ersch\u00f6pft vor uns und ich w\u00e4hnte schon, mein Herr habe zum ersten Mal einen Kampf verloren, als Er sich durch die ungeschlagene Kraft Seines Willen wieder regte und aufrichtete, um den Kampf zu beenden. Furatha lag an Deck und hatte das Bewusstsein verloren. Sie hatte den Kampf verloren und mein Herr hob die Hand um sie zu t\u00f6ten. Doch in dem Moment st\u00fcrmte Adran Himmelsturm herbei und stellte sich sch\u00fctzend vor Sie, beide Arme weit ausgebreitet, den Todesspruch des Prinzen erwartend. Doch er war nicht unbewaffnet. Als mein Herr einhielt, um den Sterblichen beiseite zu schmettern wie eine l\u00e4stige Fliege im Weg, sprach ihn der Navigator ohne Furcht an \u201eOh Tiotep, Prinz des Krieges, hast du dein Versprechen vergessen? In deiner blinden Wut hast du es bereits gebrochen, aber willst du nun alles beenden, was du selber bist?\u201c \u201eWas wei\u00dft du schon Sterblicher, Elender?\u201c erwiderte mein Herr. \u201eIch wei\u00df, dass Tiotep stolz k\u00e4mpft und immer siegt, auch gegen die eigene Wut und den eigenen Hass. Ich wei\u00df, dass Tiotep immer siegt, egal, wie viel es ihn kostet.\u201c Und als der Navigator diese Worte an meinen Herrn richtete, erlosch der Hass in dessen Augen. Schwer atmend blieb Er vor dem Navigator stehen. Dann zum ersten Mal wurde Er sich Seiner Umgebung gewahr. Er sah das Schiff, die Takelage verbrannt, das Deck ru\u00dfgeschw\u00e4rzt von Seinem Feuer und die Ruder im Sturm verloren. \u201eDu hast Recht, Himmelsturm. Ich habe meinen Hass besiegt. Ich werde mein Volk in eine neue Heimat f\u00fchren. Sie sollen mir so wichtig sein, wie einst mein eigner Ruhm f\u00fcr mich war. Ich werde meinem Volk eine guter Gott sein.\u201c \u201eNein, das wirst du nicht!\u201c spie ihm Haria entgegen, die gerade die Augen ge\u00f6ffnet hatte, aber immer noch am Deck des Schiffes lag, \u201enur der n\u00e4chsten Prinzessin wirst du nachsteigen. Wenn es diese nicht sein wird, dann die n\u00e4chste Herrscherin. Zusammenbrechen werden die K\u00f6nigreiche deines Volkes wegen dir.\u201c \u201eWas willst du noch von mir, Wasserhexe? Was habe ich dir angetan, dass du, selbst nachdem ich dich besiegt und verschont habe, mich noch verh\u00f6hnst?\u201c entgegnete der Flammende Ihr. \u201eSie hat nur sich selber etwas angetan, Bruder\u201c beantwortete Alatep, der mittlerweile vom Bug des Schiffes zur\u00fcckgekehrt war, die Frage meines Herren, \u201eund sie verlangt nicht mehr und nicht weniger als dich und dein Herz, Bruder.\u201c \u201eIch werde jeden Kampf gewinnen. Auch, wenn er gegen mich selber ist und auch, wenn ich den gr\u00f6\u00dften Preis bezahlen muss. Wenn es mein Herz ist, nachdem es dich verlangt, du Sturmfurie, dann werde ich es dir geben.\u201c Mit diesen Worte griff Er in Seine Brust und durch das Fleisch und die Rippe zog mein Herr Sein schlagendes Herz aus Seinem eigenen Brustkorb. In Seiner rechten Hand reichte Er es Haria entgegen. \u201eMeine Liebe, meine Sehnsucht, meine Freude an der Sch\u00f6nheit. Das alles soll dein sein und du sollst sie bewachen. Keine Frau, ob G\u00f6ttin oder Sterbliche, wird mich vom dem Wege, den ich f\u00fcr mein Volk gehen will, durch irregeleitete Liebe abbringen.\u201c Haria richtete sich auf und nahm das schlagende Herz entgegen. Doch blickte sie nicht voller Ehrfurcht auf das Opfer meines Herren, sondern ihr Blick war getr\u00fcbt von schwelendem Hass und etwas, so schien es mir, ward in ihr gebrochen. Sie ging zur Reling, doch drehte sie sich dort noch einmal zu uns um. \u201eEines Tages wirst du nicht mehr siegen, Tiotep, Sohn des Destrutep. Eines Tages wirst du nichts mehr sein und all deine Glorie und dein Ruhm wird untergehen. Dann werde ich frei sein, das schw\u00f6re ich.\u201c. Mit diesen Worten sprang sie in die Tiefen des n\u00e4chtlichen Ozeans und ward nie wieder gesehen.<\/p>\n<p>Adran Himmelsturm und die Prinzessin trieben die Besatzung zusammen, die sich vor Angst unter Deck verkrochen hatte. Sie l\u00f6schten die letzten Br\u00e4nde und hielten das schwer besch\u00e4digte Schiff davon ab zu sinken. Als die Sonne rot im Osten aufging, standen der Navigator und die Prinzessin Arm in Arm am Steuer und beobachteten, wie die Schiffe l\u00e4ngsseits gingen und die Matrosen sich daran machten, die Sch\u00e4den zu reparieren. Wie durch ein Wunder hatten alle Schiffe den Sturm \u00fcberstanden und waren nach einigen Reparaturen bereit, weiter zu fahren. Alle Caldrier hatten die k\u00e4mpfenden Drachen am Firmament gesehen, aber niemand wusste, dass mein Herr es war, der den schwersten Kampf seines Lebens ausgetragen hatten. Die Caldrier und die Dranaer waren getrennt worden, aber alle sahen es als den Willen der G\u00f6tter und bejubelten den neuen Weg, der nun ganz klar vor uns lag. Glatt wie ein alinesisches Seidentuch war der Ozean, als der Navigator die Schiffe in den Sonnenaufgang, unserer neuen Heimat entgegen steuerte.<\/p>\n<\/div>\n<h3 id=\"ankunft_in_andarra\" class=\"sectionedit4\">Ankunft in Andarra<\/h3>\n<div class=\"level3\">\n<p>In den Wochen, die dann kamen, h\u00e4tte unser Mut sinken sollen, denn der Weg \u00fcber die See war hart und beschwerlich. Aber ganz im Gegenteil waren alle voll von Tatendrang vom ersten bis zum letzten Tag unserer Reise. Keiner der M\u00e4nner aus Caldros hatte jemals ein Schiff gesteuert, aber unter der F\u00fchrung des Navigators und mit Hilfe einer Handvoll Dranaer, die auf unseren Schiffen vom Rest ihres Volkes getrennt worden waren, gelang es uns, jedes Hindernis zu \u00fcberwinden. Nach drei Wochen war es endlich so weit. Wie Adran Himmelsturm vorausgesagt hatte, sahen wir am Morgen des n\u00e4chsten Tages Land vor uns. Eine steile K\u00fcste warf sich dem Meer entgegen und oben auf den steilen Klippen waren B\u00e4ume, ganz und gar von Frost und Reif \u00fcberzogen. Wir hatten schon die ganzen Tage zuvor gemerkt, dass es k\u00fchler geworden war. Wo es fr\u00fcher in Neka ein oder zwei Wochen des Schnees gegeben hatte, so schien unsere neue Heimat wohl zumindest den ganzen Winter durch wei\u00df zu sein. Wir segelten noch ein St\u00fcck gen Osten und landeten in einer Bucht, die windgesch\u00fctzt war und versprach, unseren Schiffen ein guter Ort zur Rast zu sein. Kaum lagen wir vor Anker und hatten die Segel eingeholt, da erschienen am Ufer Menschen und sahen zu uns her\u00fcber. Wilde, in Felle und Tierh\u00e4ute geh\u00fcllt und mit einer Furcht in den Augen, die wir uns damals nicht erkl\u00e4ren konnten. In den kommenden Tagen lernten wir sie aber kennen, diese wilden Menschen, vom Stamme der Bergonen, wie sie sich nannten. Wir tauschten mit ihnen G\u00fcter und Essen und einige von uns waren willkommen an ihren Feuern und in ihren h\u00f6lzernen H\u00fctten. Adran Himmelsturm verstand ihre Sprache und einige von uns begannen ebenfalls schnell, sie zu lernen. Wir zogen die Schiffe an Land, denn der Winter verhie\u00df noch strenger zu werden und die ganze Bucht sollte einfrieren. Dieser Winter wurde hart f\u00fcr uns, doch mit Hilfe der Bergonen gelang es uns zu \u00fcberleben. Sie verloren allerdings nie die Angst vor uns und trachteten auch nicht danach, ihre Abneigung vor unseren Waffen aus Stahl und den Schiffen zu zeigen. Denn wie wir erfuhren, mieden sie das Meer und alles, was \u00fcber einen bronzenen Speer hinausging. Sie sagten, Stahl und behauener Stein w\u00fcrde die Seele nehmen und entsagten sich diesem vollkommen. Tief im Winter, als die K\u00e4lte am f\u00fcrchterlichsten war und unser neues Volk hungerte, zog mein Herr aus in die W\u00e4lder um zu jagen. Seit Er Haria sein Herz geschenkt hatte, wurde Er anders. Die Leichtigkeit und Leidenschaft war g\u00e4nzlich von Ihm abgefallen. Er lag des Nachts nicht mehr bei den Frauen oder sa\u00df mit uns an den Feuern der Menschen, sondern stand f\u00fcr sich alleine weitab des Lagers und blickte in die Ferne. Nun wollte Er alleine in die W\u00e4lder gehen, doch mein Bruder und ich begleiteten Ihn, um mehr Nahrung zu den Menschen bringen zu k\u00f6nnen. Es dauerte nicht lange und Sein Speer erlegte einen Elch und zwei Rehe. Wir machten uns gerade daran, sie zur\u00fcck ins Dorf zu tragen, als wir das Heulen von W\u00f6lfen h\u00f6rten, die uns unsere Beute streitig machen wollten. Fr\u00fcher h\u00e4tte es weniger als dieser deutlichen Herausforderung eines w\u00fcrdigen Gegners gebraucht, um das Feuer des Kampfes in meinem Herren zu entfachen. Doch nun nahm Er lediglich Seinen Speer und machte sich zum Kampfe bereit. Ohne einen Kampfesschrei, ohne selber anzugreifen hielt Er stand, als die W\u00f6lfe aus dem Dickicht sprangen. K\u00fchl und berechnend t\u00f6tete Er einen nach dem anderen, w\u00e4hrend wir an Seiner Seite fochten. Als sie bereits zu einem Dutzend tot zu unseren F\u00fc\u00dfen lagen, erschienen am Rande der Lichtung auch noch andere Tiere. Schneekatzen, gro\u00df wie Ochsen, B\u00e4ren und Elche waren dort und angef\u00fchrt wurden sie von einer riesigen wei\u00dfen W\u00f6lfin. Endlich ein w\u00fcrdiger Gegner f\u00fcr meinen Herren, doch anstatt Seinen Kriegsschrei erschallen zu lassen in den dunkeln W\u00e4ldern dieser neuen Welt, starrte Er dem Biest nur in die Augen und sprach k\u00fchl: \u201eIch werde dich t\u00f6ten. Du und dein Hofstaat werden mein Volk n\u00e4hren und durch den Winter bringen.\u201c Die gro\u00dfe wei\u00dfe W\u00f6lfin knurrte tief und laut und sprach: \u201eDas vermagst du nicht, Tiotep, Sohn des Flammenden. Deine Br\u00fcder sind weit weg und du bist f\u00fcr dich alleine im Land meiner Mutter. Hier herrscht die Mutter allen Lebens und ihr Wort ist Gesetz. Ihr Wort hei\u00dft \u00fcberleben und du bist nicht stark genug.\u201c Mit diesen Worten st\u00fcrmten die Biester auf uns ein und wir verteidigten uns so gut es ging. Nicht lange dauerte es, da waren mein Bruder und ich geschlagen. Er war des Todes nahe und ich begraben unter dem Kadaver eines Elches, so dass ich den Kampf meines Herren gerade noch mit ansehen konnte. Er t\u00f6tete viele Biester, doch schlugen sie Ihm auch schwere Wunden und dann kam die W\u00f6lfin \u00fcber Ihn, riss Ihn zu Boden. Die schweren Krallen auf den Schultern meines Herren hatte sie Ihn zu Boden geworfen und hielt Ihn nieder. Doch bevor sie Ihn t\u00f6tete, richtete sie noch einmal das Wort an Ihn: \u201eSo ich dich besiegt habe, so wird es deinem Volke gehen. Der Winter wird sie in die Knie zwingen und auch der letzte von ihnen wird der K\u00e4lte und dem Frost zum Opfer fallen. Sie werden vom Antlitz dieser Welt getilgt und niemals wieder wird ein Mann ihren Namen sprechen.\u201c Mein Herr, der sich, wie mir schien, mit seinem Tode ohne eine Regung abgefunden hatte, geriet nun in Rage. In seinen Augen brannte das alte Feuer und loderte empor wie \u00d6l in den Opferschalen des Ewigen. Das Blut, das aus Seinen Wunden auf den schneebedeckten Waldboden floss, ward pl\u00f6tzlich wie Feuer und fing an zu brennen. Mit der \u00fcbermenschlichen Kraft des L\u00f6wen warf mein Herr die W\u00f6lfin von sich ab und sprang auf die Beine. Sein Haupt umspielten die Flammen des g\u00f6ttlichen Drachen wie eine M\u00e4hne den L\u00f6wen. Sein Kampfesschrei erf\u00fcllte den Wald und diese neue Welt, wie der eines L\u00f6wen die Steppe und k\u00fcndete allen von nah und fern von der Herrschaft meines Herren. Die Biester st\u00fcrzten sich erneut auf Ihn, doch konnte sie Ihm nicht beikommen. Das Feuer der Leidenschaft ward wieder entbrannt in meinem Herren und die Tiere fielen zu dutzenden, wo sie standen. Dann st\u00fcrzte mein Herr sich auf die wei\u00dfe W\u00f6lfin und rang sie nieder. Schlag um Schlag trieb Er sie zur\u00fcck, bis Er sich auf sie schwang und sie mit blo\u00dfen H\u00e4nden zu Boden dr\u00fcckte. Als Er sie niedergerungen hatte und das wei\u00dfe Biest regungslos, aber noch am Leben vor Ihm lag, lie\u00df Er seinen Siegesschrei erschallen. \u201eIch und mein Volk, wir werden nicht nur \u00fcberleben, wir werden herrschen. Zu Ehren den Flammenden werden wir uns dieses Land Untertan machen. H\u00f6re, Herrin der W\u00e4lder! Zum Anspruch meiner Herrschaft nehme ich die wei\u00dfe W\u00f6lfin zur Gemahlin. Sie wird mein Weibe sein und unser Volk verbinden mit dem Land, das wir bewohnen.\u201c Vom Kampfschrei meines Herren angelockt waren die M\u00e4nner und Frauen von den Schiffen gekommen und jubelten Ihm zu. Tiotep geleitete die W\u00f6lfin, seine Gattin, in den Wald und war f\u00fcr sieben Tage und sieben N\u00e4chte nicht mehr gesehen. Die M\u00e4nner brachten die toten Biester zu den Schiffen und ins Dorf, wo sie sie haltbar machten und den Rest des Winters von ihnen zehren konnten.<\/p>\n<\/div>\n<h3 id=\"eine_neue_heimat\" class=\"sectionedit5\">Eine neue Heimat<\/h3>\n<div class=\"level3\">\n<p>Alatep, der im Dorf geblieben war, missfiel die Tat meines Herren. Die Bergonen er\u00f6ffneten uns, wir k\u00f6nnten nicht bleiben, da wir die Mutter ver\u00e4rgert h\u00e4tten. Wir sollten, sobald der Fr\u00fchling anbricht, nach Westen wandern und uns dort eine neue Heimat suchen. Dies taten wir auch und nachdem mein Herr aus den W\u00e4ldern zur\u00fcckgekehrt war, brachen wir auf. Wir zogen \u00fcber das Land, denn nur die M\u00e4nner aus Drana wollten jemals wieder ein Schiff besteigen. Die Stimmung unter den Menschen hatte sich ver\u00e4ndert. Alle waren fr\u00f6hlich und voller Zuversicht, eine neue Heimat zu finden. Viele der Frauen trugen Kinder, die im Fr\u00fchling geboren werden sollten. Adran Himmelsturm war auch guter Dinge und es schien, als sei eine gro\u00dfe Last von seinen Schultern gefallen. Ebenso wie die Prinzessin, obwohl sie wohl das Werben meines Herren vermisste. Nach einer langen Reise kamen wir an einer warmen Bucht an, die scheinbar noch niemand f\u00fcr sich beanspruchte. Das Land war fruchtbar und wir lie\u00dfen uns nieder. Wir errichteten die ersten H\u00e4user und nannten die neue Stadt Caldros und unser neues Land Caldrien, wie jenes, aus dem die Menschen fliehen mussten. Im zweiten Jahr gebar die Prinzessin Adran Himmelsturm eine Tochter und im Jahr darauf einen pr\u00e4chtigen Sohn. Es h\u00e4tte nicht besser laufen k\u00f6nnen und das Land und die Stadt wuchs und gedieh. In den Jahren, die da kamen, ward Alatep ganz in seinem Element. Zusammen mit Adran Himmelsturm und der Prinzessin regierte er das Volk. Als ein weiteres und schlie\u00dflich ein drittes Dorf gebaut wurden, legte er fest, wer dort herrschen sollte und gab ihnen einen Kodex, an den sie sich halten sollten. Mein Herr dagegen zog sich immer weiter zur\u00fcck und beteiligte sich nicht am Aufbau. Oft streifte Er mit Seiner Gemahlin durch die W\u00e4lder und weit entfernten Gebiete der neuen K\u00fcste und ward manchmal f\u00fcr Jahre nicht gesehen. Alatep lie\u00df aber keine Tempel errichten zu Ehren des Flammenden und auch Adran und die Prinzessin hegten keinerlei solche Absichten. So kam es, dass bis zum Tode der Prinzessin und des Navigators in hohem Alter kein einziger Tempel erbaut wurde und Pyrdracor in den Herzen der Menschen in Vergessenheit geriet. Zum Begr\u00e4bnis der beiden F\u00fchrer erschienen fast das ganze Volk aus nunmehr sechs St\u00e4dten und der letzte geb\u00fcrtige Dranaer und Alatep hielten die Totenmesse. Am H\u00f6hepunkt der Feier offenbahrte Alatep sich dem Volk der Caldrier in Seiner wahren Erscheinung und sprach zu ihnen \u201eVolk von Caldrien. Einen langen Weg seit ihr gekommen um erneut zur Herrschaft aufzusteigen. Nun werdet ihr in meinem Namen als neues Volk \u00fcber diese Erde herrschen. Wie Adran Himmelsturm werde auch ich in den Himmel steigen, um euch von dort aus weiter Herrscher und Vorbild zu sein. Der Navigator wird euch nachts ein Leitstern sein und ich werde am Tage als brennende lebensspendende Sonne am Firmament wohlwollend auf euch herabsehen. Vom heutigen Tage an sollt ihr mich als Alamar, Herr der Sonne lobpreisen.\u201c Zu meinem Herren schlie\u00dflich sprach Er: \u201eKomm Bruder. Folge mir in den Himmel und sei deinem Volk ein Held.\u201c Und so folgte Tiotep seinem Bruder, denn seit Er Sein Herz verloren hatte, hielt Ihn nichts mehr in den weltlichen Gefilden. Seine Leidenschaft hatte Er wieder gefunden, zumindest zu einem Teil. Sein Feuer war nun Sein Volk, das Ihn brauchte und Ihm vertraute. Mit Ihm kehrten auch mein Bruder und ich zur\u00fcck an die Tafel der G\u00f6tter, doch wurden wir oft zur\u00fcck in die Welt der Sterblichen geschickt um nach dem Rechten zu sehen, so dass ich euch weiter berichten kann, wie es unserem Land erging.<\/p>\n<\/div>\n<h3 id=\"das_caldrische_imperium\" class=\"sectionedit6\">Das caldrische Imperium:<\/h3>\n<div class=\"level3\">\n<p>Caldrien wuchs und gedieh. Es schloss Pakte mit den Zwergen im Gebirge und erschloss das Land bis in den Osten, wo die Bergonen wohnten und in den S\u00fcden zum Eisenwall. Die Caldrier wurden immer zahlreicher und als sie sich nicht weiter ausbreiten konnten, erkl\u00e4rten ihre Herrscher, dass sie den anderen V\u00f6lkern nun ihre Zivilisation und ihr Gesetz bringen sollten. Es wurden Tempel gebaut zu Ehren Alamars und Tioteps. Mit Alamars Hilfe sollte das Wort der Gerechtigkeit zu den Gesetzlosen gebracht werden und Tioteps Feuer sollte ihnen dabei den Weg weisen. Im Geiste meines Herren wurden Soldaten ausgebildet und es war wie einst, als wir aus Neka auszogen, um der Welt das Wort des Flammenden zu verk\u00fcnden. Unsere Armeen brannten \u00fcber den Eisenwall hinweg und eroberten Land um Land. Hinter unseren Armee zogen die Priester des Alamar und brachten Gesetz und Zivilisation zu jenen, die keine hatten. Die Andarrianer, das Volk, zu denen die Bergonen geh\u00f6rten, aber begehrte auf und sie wollten das Wort des Herren nicht h\u00f6ren und nicht danach leben. So zogen wir auch gegen sie in den Krieg. Doch sie verb\u00fcndeten sich mit den Elfen aus ihren W\u00e4ldern und leisteten erbitterten Wiederstand. Immer mehr Krieger folgten dem Weg Tioteps und mit Seinem g\u00f6ttlichen Feuer und Seiner Leidenschaft schafften die Armeen es schlie\u00dflich, die Wilden zu bezwingen. Die Elfen zogen sich zur\u00fcck in ihre W\u00e4lder und die Andarrianer lebten nach dem Gesetz. Als die Tage des Krieges vorbei waren, war das caldrische Imperium zehnmal gr\u00f6\u00dfer als vorher. Zahllose V\u00f6lker waren unterworfen worden und hatten sich dem Imperator angeschlossen. Ein goldenes Zeitalter begann und Frieden und Wohlstand herrschte im ganzen Reich. Die Wege und Stra\u00dfen waren sicher. Ein Reisender konnte die monatelange Reise von Andarra bis Teriamas hinter sich bringen, ohne ein einziges Mal bel\u00e4stigt zu werden.<\/p>\n<p>Zu der Zeit kam es, dass sich die V\u00e4ter der beiden jungen G\u00f6tter ihrer S\u00f6hne erinnerten und mit ihnen das Nekanische Kaiserreich. In Neka war gerade der Br\u00fcderkrieg vor\u00fcber und der neue Kaiser Meron brauchte eine Gelegenheit, die blutr\u00fcnstigsten unter den Soldaten au\u00dfer Landes zu beordern, damit sie dem Wiederaufbau Nekas nicht im Wege standen. Eben diese Gelegenheit bot ihm das Caldrische Imperium und er befahl seinen Gener\u00e4len, die einstigen Br\u00fcder wieder heim ins Reich zu holen, auf dass Caldrien ein Teil des Nekanischen Kaiserreiches werde, wie es einst Caldros h\u00e4tte sein sollen. Mit ihnen kam Desrutep, der himmlische Vater meines Herren und Dessen Sohn und neuer General Gladius, Tioteps Bruder. Hoch \u00fcber dem Caldrischen Imperium auf dem h\u00f6chsten der hohen Berge trafen sie das erste Mal wieder aufeinander. Wo mein Herr stets die Leidenschaft des Kriegers und das innere Feuer der Wut und des Kampfes war, da war Sein Vater der k\u00fchle Taktierer, der weise General, der hinter den Truppen die Befehle erteilt und die Schlacht zu einem siegreichen Ende f\u00fchrt. Gladius war das absolute Gegenteil von Tiotep. Ganz in Eisen gekleidet und bar jeder Emotion war Er nicht mehr als ein Schwert, als ein Werkzeug in den H\u00e4nden des Generals Desrutep. Die Verachtung stand meinem Herren offen ins Gesicht geschrieben, als Er auf Gladius geringsch\u00e4tzend herabsah. \u201eSeid mir gegr\u00fc\u00dft Vater, aber wer ist das? Ist dies der Lakai, der den langweiligen Krieg gegen Sundan f\u00fcr mich weitergef\u00fchrt hat? Sieh, was ich hier aufgebaut habe, Vater! Sieh meine Krieger aus so vielen V\u00f6lkern. Sieh die Tempel und Herzen von wahren Kriegern.\u201c \u201eJa mein Sohn\u201c, antwortete Desrutep \u201edu hast wahrlich ein Volk geschaffen, das dem Ewgen w\u00fcrdig ist. Einen neuen Krieg wird es geben, wenn der Imperator deines Reiches sich weigern wird, dem Nekanischen Kaiser zu dienen. Alatep hat dich betrogen. Statt Tempel zu Ehren des Ewgen zu errichten haben die Menschen Tempel zu seinen und deinen Ehre erbaut. Wir werden das Land erobern und dies \u00e4ndern. Aber du wirst hier nicht k\u00e4mpfen, du gehst zur\u00fcck nach Neka und wirst dort wieder mein General sein.\u201c \u201eAber Vater. Ich bin ihr Held ich will sie in den Kampf f\u00fchren. Die Caldrier und die Kriegerorden Nekas. Es werden w\u00fcrdige K\u00e4mpfe sein. Schlachten, die in Epen auf ewig besungen werden. Auf den Schlachtfeldern wird Geschichte geschrieben mit Blut als Tinte des Schicksals. Hier werden Helden gemacht. Was k\u00fcmmert es mich, wenn Alatep seinen Vater Justotep verr\u00e4t? Ich lebe allein f\u00fcr den Kampf ich werde auf ewig der Prinz des Krieges sein und deine Schlachten fechten Vater.\u201c \u201eIch hatte gehofft, deine Verantwortung f\u00fcr dein Volk h\u00e4tte dich ge\u00e4ndert. Aber nein, du bist so hitzk\u00f6pfig wie immer. Hier brauche ich jemanden, der nicht nur den Krieg f\u00fchrt und gro\u00dfe Schlachten schl\u00e4gt, sondern einen General, der siegt und gleichzeitig die Absicht hinter diesem Angriff erf\u00fcllt. Ein Sieg, der die Kriegerorden \u00fcberleben l\u00e4sst, w\u00fcrde dem Kaiserreich nicht dienen.\u201c entgenete der Gott des Krieges. \u201eDann gib diesen w\u00fcrdigen Krieger einen ehrenvollen Tod durch meine Hand und die meiner Soldaten, so wie sie es verdienen.\u201c forderte mein Herr erneut. \u201eNein, mein Sohn.\u201c entgegnete Desrutep, \u201eDie Entscheidung ist gefallen. Gladius wird die Truppen Nekas anf\u00fchren. Wenn du Anteil an diesem Kampf haben willst, dann folge meinem neuen General und stehe ihm zur Seite. Aber seinem Urteil wirst du dich beugen.\u201c<\/p>\n<p>Und es kam, wie Justotep es vorhergesagt hatte. Meron, Kaiser von Neka, befahl dem Caldrischen Imperium sich zu unterwerfen und die stolzen Caldrier lehnten ab. Truppen marschierten auf. Krieger, Ritter und Helden betraten die Schlachtfelder, aus denen die Legenden von Morgen geschaffen werden. Tiotep scharte die rote Schwadron um sich und wir zogen wieder in den Kampf. Feuer brannte, Blut floss und der Kriegsschrei meines Herren lie\u00df die Himmel der neuen Welt erzittern. Er warf die Kriegerorden in die schwierigsten K\u00e4mpfe, keine Schlacht war zu riskant, kein Man\u00f6ver zu gewagt, als dass die Truppen meines Herren es nicht gewagt h\u00e4tten. Wenn die Ordenskrieger starben, dann taten sie dies in w\u00fcrdigen Schlachten und gegen w\u00fcrdigen Gegner. Wurden sie besiegt, dann erfreute sich mein Herr an dem Mut und der Tapferkeit seiner Caldrischen Krieger, die ebenfalls mit seinem Namen auf den Lippen fochten. Denn auch wenn mein Herr nie selber einen seiner K\u00e4mpfe verloren hatte, so waren ihm die Nekanischen Ordenskrieger und Caldrischen K\u00e4mpfer lieb und teuer, auch wenn sie eine Schlacht verloren. Solange sie tapfer k\u00e4mpften, heldenhaft starben und das Feuer in ihrem Herzen trugen, liebte sie mein Herr wie seine eigenen Kinder.<\/p>\n<p>Wochen des Krieges wurden zu Monaten und Monate zu Jahren. Wo mein Herr stets eine Schlacht f\u00fchrte organisierte Gladius den Krieg. Wenn ein Sieg zu kostspielig war, da trat er gar nicht erst an. Eine Belagerung mit schwerem Ger\u00e4t und \u00fcber Monate zog er immer einer verlustreichen Schlacht vor. Gladius f\u00fchrte den Krieg mit Handwerkern, die Kriegsmaschinen bauten, mit H\u00e4ndlern, die Nachschublinien hielten und mit R\u00e4ubern, die ebenjene des Gegners zerst\u00f6rten. Er f\u00fchrte einen langen Krieg und hatte Erfolg. So seine Erfolge immer weiter wuchsen, umso mehr war ihm mein Herr ein Dorn im Auge. Tiotep lie\u00df sich nicht kalkulieren, seine Taktiken nicht in Zahlen und Tabellen aufschreiben. So rief Gladius seinen Bruder an den Feldherrentisch und sprach zu ihm. \u201eDu f\u00fchrst Schlachten, die nicht geschlagen werden m\u00fcssen. St\u00fcrmst Bergfesten, die du mit Tagen der Belagerung ohne Schwierigkeiten h\u00e4ttest einnehmen k\u00f6nnen. Du kostest uns zu viel. Der Ausgang des Krieges ist nicht l\u00e4nger gewiss. Es ist nun von N\u00f6ten, das wir sicher vorgehen und nichts gef\u00e4hrden.\u201c \u201eSicher? Was du sagst ist nicht als Feigheit Bruder.\u201c spie ihm Tiotep f\u00f6rmlich ins Gesicht. \u201eWir sind die Enkel des ewig Flammenden. Wir sind geboren um zu K\u00e4mpfen und nicht uns hinter Mauern zu verschanzen. Mit ist gleich was du sagst, in dir ist die Glut schon lange erloschen, wenn es \u00fcberhaupt einen Funken wahren Mutes jemals in deiner Seele gab.\u201c Ruhig und ohne jede Regung begegnete Gladius meinem Herren \u201eDeine Worte zeigen nur allzu deutlich, dass du nicht geeignet bist, die Kriege unseres Vaters zu f\u00fchren. Du wirst von nun an nur noch auf Schlachtfeldern k\u00e4mpfen, auf denen ich auch stehen werde. Solltest du dich weigern, was ich jetzt schon in deinen Augen sehe, dann wird dich unser Vater zur\u00fcck nach Neka schicken und du wirst keinen Anteil mehr an diesem Krieg haben.\u201c Die Wut im Gesicht meines Herren g\u00e4nzlich missachtend deutete Gladius nur mit einem Finger Seiner gepanzerten Hand auf die Karte. \u201eMiddenheim, dort werden wir morgen angreifen. Du wirst die Truppen an der Front f\u00fchren und ich werde kommandieren.\u201c Damit drehte er sich um und verlie\u00df das Zelt. Mein Herr, voll der Rage, brannte in seinem gr\u00f6\u00dften Zorn und mit ihm brannte das Zelt und alles ringsum. Doch tat er wie ihm gehei\u00dfen und am Tage darauf standen wir vor der Himmelswacht, der Burg, die Middenfelz und damit das Tor zur Hauptstadt bewachte.<\/p>\n<\/div>\n<h3 id=\"die_schlacht_um_caldrien\" class=\"sectionedit7\">Die Schlacht um Caldrien<\/h3>\n<div class=\"level3\">\n<p>Welle um Welle an tapfren Kriegern brandete gegen die vier m\u00e4chtigen Festungen, die den Weg ins Herz des Imperiums bewachten. Angriff um Angriff wurde zur\u00fcckgeschlagen von den caldrischen Verteidigern, die mit dem Mut und der Gewissheit k\u00e4mpften der einzige Schutz zu sein, den ihre Heimat noch hatte. Als mein Herr und die rote Schwadron das Schlachtfeld betraten hatte sich schon die Dunkelheit des ersten Tages \u00fcber die Klippen gelegt und die Krieger die uns folgten blickten aus m\u00fcden, aber entschlossenen Augen zu meine Herren empor. Der General der Nekaner hatte die F\u00fcrstin der Caldrier im Namen von Gladius um Verhandlungen gebeten und sich an einem Ahnenstein der Caldrier mit ihr getroffen um ihr die Ausweglossigkeit der Situation klar zu machen und sie mit guten Konditionen zur Aufgabe zu bewegen. Gladius hatte sein Ziel so gut wie erf\u00fcllt und nun musste nur noch das Imperium dem nekanischen Kaiser beitreten und er w\u00e4re zufrieden gewesen. Als der Friedensschluss fast besiegelt war erfuhr mein Herr von den Verhandlungen und blind vor Zorn auf seinen Bruder ob all der sinnlos gefallenen Soldaten st\u00fcrmte er der Verhandlungsplatz. Der Ahnstein, dem Adran Himmelsturm geweiht, explodierte in einer Feuers\u00e4ule und sowohl Caldrier, als auch Nekaner fielen zu Boden ihren Gott erkennend. Das Feuer des ewig flammenden umspielte meinen Herren und seine Schwadron, als er den General der Nekaner anschrie: \u201eKeine Bedingungen wird es geben, keine Zugest\u00e4ndnisse. Sieg oder Niederlage, daf\u00fcr haben die Menschen hier gek\u00e4mpft und nichts anderes schulden wir ihnen. Wir werden k\u00e4mpfen und wir werden siegen, bis sich jeder einzelne dem Worte Pyrdracors beugt.\u201c Der General nickte kurz und ging zu seinen M\u00e4nnern um den erneuten Angriff zu befehlen, doch war es die F\u00fcrstin der Caldrier, die aufstand und meinem Herren in die Augen blickte und sprach: \u201eDann h\u00f6rt meine Worte Tiotep, l\u00f6wenh\u00e4uptiger Prinz den Krieges, Herr \u00fcber Feuer und Blut. Wir Caldrier sind frei und frei werden wir leben, oder frei werden wir sterben und wir werden uns nicht vor Neka beugen, denn mein Gott hat uns gelehrt f\u00fcr das zu k\u00e4mpfen an das wir glauben und entweder zu siegen, oder unterzugehen.\u201c Als mein Herr ihrer zum ersten Mal gewahr wurde, war es wie damals. Ich kann mich noch genau daran erinnern, als wir in Drana im Hafen lagen und er das erste Mal Illeya Himmelsturm gesehen hatte. Ich kann es nicht mir Worten beschreiben, aber es war Respekt, Stolz und auch Hochachtung, wie er sie nicht einmal vor andren G\u00f6ttern empfindet, die in seinen Worten mitschwangen. \u201eTapfere Worte F\u00fcrstin. Ihr seid eine wahre Erbin der Prinzessin. Nun, dann lasst den Worten Taten folgen.\u201c und mein Herr lie\u00df ein Br\u00fcllen h\u00f6ren, wie ich es seit dem Kampf mit Haria an Bord der Schiffe nicht mehr geh\u00f6rt habe, als wir losst\u00fcrmten. Wie fallende, brennende Sterne schlugen wir in die Breschen der Mauern ein und wie w\u00fctendes Feuer fegten wir durch die Schildw\u00e4lle und Stellungen der Caldrier. Mit dem Mut der Verzweiflung stellten sie sich uns entgegen und wusste sich, dass ihr eigener Gott die angriff, so hielten sie Stand, was auch immer es kostete. Die F\u00fcrstin war \u00fcberall zur Stelle, wo einem der Krieger der Mut sank, wo einer ihrer Getreuen fiel und starb, da weinte sie, doch nie lockerte sich der Griff ihrer Schwerthand und nie sank ihre Stimme, mit der sie ihre Krieger zum Aushalten dr\u00e4ngte.<\/p>\n<p>Wie gewannen immer mehr an Raum. Stellung um Stellung, Wall um Wall nahmen wir ein und die Toten und Verwundeten s\u00e4umten unseren Weg, als ich meine Herren folgte, der das Burgtor selber angriff. Die reinste Freunde in den Augen, die pure Leidenschaft in seinem Kampfschrei, es war wieder wie einst, bevor er sein Herz an diese Wasserhexe verschenkt hatte. Als wir sie in die Burg zur\u00fcckgedr\u00e4ngt hatten hielten wir ein und Tiotep betrachtete seine Caldrier. Ein Kampf Schild an Schild, das war ihrer nicht wert und er verbeugte sich vor der F\u00fcrstin und zog sich mit der roten Schwadron zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Doch dann endete es j\u00e4h, wie es begonnen hatte. Galdius hatte des Ausfall der Soldaten eingeholt und beorderte die Nekaner zur\u00fcck, bis nur noch mein Herr und seine Schwadron k\u00e4mpften. Verwirrt, zornig und w\u00fctend fuhr mein Herr seinen Bruder an. \u201eWie kannst du es wagen? Wir sind so kurz vor dem Ziel. Lass sie jetzt st\u00fcrmen, wir k\u00f6nnen sie bezwingen.\u201c \u201eJa, das k\u00f6nnten wir Tiotep. Aber es w\u00fcrde zu viel kosten. Wir ziehen uns zur\u00fcck und regeln den Rest mit einer Belagerung. Durch deinen ungest\u00fcmen Angriff haben wir schon zu viel verloren, dass es nicht mehr sicher ist, ob wie die zweite Burg halten k\u00f6nnen. Abmarsch, auch du und deine Schwadron. Sofort!\u201c Un die Leidenschaft, die meinen Herren gerade noch getrieben kochte \u00fcber und schlug um in blanke Wut. Mit einem Hasschrei, wie ich ihn seit Aeonen nicht geh\u00f6rt habe st\u00fcrzte er sich auf seinen Bruder Gladius und hieb auf ihn ein. Er tanzte den Reigen des Todes, den Tanz, bei dem man alles vergisst, bei dem nichts mehr z\u00e4hlt, als der Moment, der Tanz, bei dem man \u00fcber sich hinausw\u00e4chst von Lust und Leidenschaft getragen mehr als alles, was man je war und Gladius parierte. Der st\u00e4hlerne Koloss setzte seinen Schild und wiederstand meinem Herren. W\u00e4hrend Schlag auf Schlag auf ihn eintrommelte blieb er bar jeder Regung wartete und dann stie\u00df er zu. nicht mit dem Schwert, sondern mit dem Schild traf er meinen Herren in den Magen und mein Herr fiel. Noch w\u00e4hrenddessen brauchte der st\u00e4hlerne Gigant seinen Schwertarm auf seinen Bruder herab und schlug ihm auf den R\u00fccken und zu meinem Entsetzen und dem der ganzen Schwadron blieb er liegen.<\/p>\n<p>\u201eAuf Befehlsverweigerung steht der Tod, doch ich bin nicht der der dich strafen wird, denn Brudermord ist der gr\u00f6\u00dfte Frevel am Ewgen. Doch unser Vater wird davon erfahren und er wird dich richten. Du bist nichts andere, als ein tollw\u00fctiger Hund und als solcher geh\u00f6rst du getreten.\u201c und w\u00e4hrend mein Herr seine letzten Kr\u00e4fte sammelte um wieder aufzustehen und den Kampf weiter zu f\u00fchren trat im Gladius den eisenbewehrten Schuh ins Gesicht und mein Herr fiel hinten \u00fcber und blieb mit dem Gesicht nach oben liegen.<\/p>\n<p>Es fing an zu regnen als Gladius davonschritt und meinen Herren und die Schwadron vor den Toren der Burg zur\u00fccklie\u00df. Das Wasser l\u00f6schte unsere Feuer und unsere seidenen Gew\u00e4nder hingen nass an uns herab. Der l\u00f6wenh\u00e4uptige Prinz des Krieges war noch nie besiegt worden, er hatte im Zeitalter der G\u00f6tter gek\u00e4mpft gegen Feinde die um eine vielfaches m\u00e4chtiger gewesen waren als er, er hatte Furatha besiegt und die Natur selbst unterworfen und nun war er besiegt worden. Vor einem Bruder, den er verachtete, dessen Art zu k\u00e4mpfen ein Frevel an allem war, was ihn ausmachte und in der Niederlage hatte man ihn noch nicht einmal w\u00fcrdevoll get\u00f6tet, sondern einfach im Dreck vor den Augen seines Volkes liegen lassen. Bei uns Sterblichen sagt man eine Welt bricht zusammen, doch wie kann man so etwas beschreiben, wenn diese Welt die zusammenbricht eben jene ist, die ihn definiert. Mein Herr war eines und nur eines jemals gewesen. Er war aus einem einzigen Gef\u00fchl seines Vaters in die Welt gebohren wurden. Er war dieses Gef\u00fchl, Fleisch und Feuer geworden durch die Macht der G\u00f6tter. Die Leidenschaft des Sieges. Nicht mehr und nicht weniger. Die Leidenschaft hatte Furatha ihm genommen und nun hatte ihm sein Bruder den Sieg entrissen. Es hei\u00dft G\u00f6tter h\u00f6ren auf zu existieren, wenn sie nicht mehr f\u00fcr etwas stehen und ich erwartete, dass mein Herr sich aufl\u00f6sen w\u00fcrde, doch das tat er nicht. Momente, die mir wie Jahre vorkamen lag er im Regen, bis sich die Caldrier langsam trauten sich uns zu n\u00e4hern. Es war wiederum die F\u00fcrstin, die als erste voranschritt. Ihre langen Haare waren nass, ihren Helm hatte sie im Kapf verlohren und sie blutete aus einer Wunde \u00fcber der Stirn, aber ihr unb\u00e4ndiger Wille war immer noch nicht gebrochen. Ich habe kaum einen Sterblichen gesehen, der in unserer Gegenwart keine Angst hatte, doch diese Frau ging an der roten Schwadron vorbei ohne eine Regung auf unseren Herren zu. Sie weinte immer noch um ihre gefallenen K\u00e4mpfer doch als sie vor Tiotep stand wich ihre Trauer etwas anderem. Mich packte die Furcht, zum ersten Mal in meinem Leben, denn was auch immer mit meinem Herren geschehen sollte, w\u00fcrde er Mitgef\u00fchl sehen, w\u00fcrde denken sie hielte ihn f\u00fcr Schwach, dann w\u00e4re ihr Leben verwirkt. Denn was auch immer Tiotep nun war, eine Sterbliche h\u00e4tte ihm niemals widerstehen k\u00f6nnen. Doch meine Bef\u00fcrchtungen erwiesen sich als unbegr\u00fcndet. Tiefe Demut und Flehen lag in den Worten der F\u00fcrstin als sie sich an meinen Herren richtete. \u201eHerr wir brauchen euch. Ihr seid unser Schwert ihr seid unser Wille, ihr seid unser Gott.\u201c und als alle Krieger der caldrischen Verteidiger niederknieten und zu ihm beteten und flehten, da erhob sich mein Herr und ging mit der F\u00fcrstin durch das Burgtor in die belagerte Burg des Feindes und wir folgten ihm auf dem Fu\u00dfe.<\/p>\n<\/div>\n<h3 id=\"wie_der_loewe_zum_wolf_wurde\" class=\"sectionedit8\">Wie der L\u00f6we zum Wolf wurde<\/h3>\n<div class=\"level3\">\n<p>Die Tage der Belagerung wurden zu Wochen und Wochen zu Monaten. Wir k\u00e4mpften nun auf der Seite der Cladrier, den mein Herr hatte das Flehen der F\u00fcrstin erh\u00f6rt und hatte sich ihr angeschlossen. In ihrer Verzweiflung gab ihr mein Herr halt und sie waren oft zusammen gesehen, wie sie die Verteidigung planten und den Krieg besprachen oder zusammen das Bett teilten. Aber als er verloren hatte, da hatte sich mein Herr ver\u00e4ndert.Wo er fr\u00fcher einen Ausfall nach dem anderen gef\u00fchrt hatte, da leitete er nun einen Verteidigungskampf in den in Gladius gezwungen hatte. Er st\u00fcrmte nicht mehr glorreich voran, denn er wusste, dass es zu viele das Leben kosten w\u00fcrde. Er suchte sich die K\u00e4mpfe aus, die er gewinnen konnte. Denn viele kleine Siege, das brauchte er um zu \u00fcberleben. Egal ob sie glorreich waren oder durch Hinterlist und T\u00fccke gewonnen wurden, ein Sieg war ein Sieg und brachte sie ein St\u00fcck n\u00e4her dahin alles zu \u00fcberdauern. jeder von uns bewirkte es und die meisten seiner Schwadron ver\u00e4nderten sich auch. Waren wir doch fr\u00fcher wie die aufrechten L\u00f6wen gewesen, die um Ruhm und Glorie k\u00e4mpfte, so waren wir nun wie Hunde, die tapfer, aber verzweifelt ihren Herren verteidigten, egal, was es kostete.<\/p>\n<p>Ich kann mich noch ein einen Abend erinnern, an dem wir zusammen sa\u00dfen und sich einer meiner Br\u00fcder bei den anderen beschwerte, die so freiwillig den neuen Weg eingeschlagen hatten. \u201eWie k\u00f6nnt ihr nur das aufgeben, was wir alle sind. Seht wir ver\u00e4ndern uns. Hunde haben keine Ehre, Hunde werden getreten und geschlagen und d\u00fcrfen bestenfalls die Knochen vom Tisch ihres Herren aufsammeln.\u201c Dies h\u00f6rte die F\u00fcrstin und zum ersten Mal wendete sie sich an uns. \u201eIhr seid keine Hunde tapfre Krieger, noch werdet ihr jemals welche sein. Es gibt noch ein andres Tier, das bitter k\u00e4mpft um zu \u00fcberleben und genauso stark ist, wie der L\u00f6we. Treu, doch keines Mannes Untertan ist der Wolf, das Wappentier meines Vaters und seiner V\u00e4ter vor ihm. F\u00fcr Stolz und Glorie hat der Wolf keinen Sinn, aber f\u00fcr St\u00e4rke und Treu gegen jeden Feind, der sein Rudel bedroht und trotzdem ist er frei und niemandem au\u00dfer seiner Familie verpflichtet.\u201c Da wussten wir alle, dass sie war gesprochen hatte und welchen Weg unser Herr gehen w\u00fcrde und dass die rote Schwadron ihm dorthin nicht w\u00fcrde folgen k\u00f6nnen, sondern nur seine treuen W\u00f6lfe.<\/p>\n<p>Die K\u00e4mpfe wurden unerbittlicher und verlustreicher und keiner wagte aufzugeben, bis Gladius alles auf eine Karte setzen musste. Ein massive Angriff gegen die Hauptburg war alles, was die Verteidigung rechtzeitig brechen w\u00fcrde um zu verhindern, dass der General der F\u00fcrstin Hilfe holen konnte und so rollte die unerbitterliche Front auf die Caldrier zu. Ich habe nie davor und niemals danach so viel Entschlossenheit in den Herzen von Menschen gesehen und ich war lange Zeit der Diener Tioteps, des Prinzes des Krieges und habe wahrlich viele Schlachten gesehen. Ein jeder Caldrier wusste, dass er sterben w\u00fcrde und ein jeder Caldrier tat dies aus freien St\u00fccken und mit voller Absicht und sie alle starben, keiner floh. F\u00fcr jeden Toten verloren die Nekaner mindestens Drei der Ihren doch auch sie wichen nicht uns schlie\u00dflich standen sie den letzten der roten Schwadron erneut vor dem Burgtor gegen\u00fcber und vielen reihenweise vor dem Schwert meines Herren. Keine Heldentaten, keine Glanz und keine Glorie. Es war Gemetzel, Blut, Sterben und Wut, die meinen Herren Leib um Leid, Schwert um Schwert voranbrachte, bis er im tiefsten Gemetzel erneut seinem Bruder Gladius gegen\u00fcberstand.<\/p>\n<p>Die Welt und die G\u00f6tter hielten den Atem an, als diese beiden Titanen wieder aufeinander trafen und den Kampf auf neue begannen, den mein Herr zuvor verloren hatte. Fr\u00fcher war der Kampf Tioteps Kunst, ein Tanz und Reigen des Todes voll vollendeter Perfektion, doch nun war es blutiges Gemetzel. Keine \u00c4sthetik, kein Tanz, sondern bittere und brutale Schlachterei. Kein Hieb verschwendet, kein schritt zuviel und keine Schwachstelle ungenutzt. Eine Schwachstelle, wie unter der Armbeuge von Gladius Schwertarm, durch die mein Herr sein Schwert unerbittlich in den Rumpf seinen Bruders treib, bis dieser auf dem Platz zusammenbrach. Sein Schwert steckte in seinem Bruder und so griff sich mein Herr einen Speer. Kein Mitleid, kein Pardon, der St\u00e4rkere gewinnt und hat als einziger das Recht zu \u00fcberleben. In dem Moment riss mich die F\u00fcrstin zur Seite, als sie mit ausgebreiteten Armen vor Gladius sprang um ihn zu besch\u00fctzen, wie dies einst Adran Himmelsturm bei Furatha getan hatte und mein Herr stie\u00df zu. Der Speer durchbohrte beide mit einem einzigen Sto\u00df durch das Herz der F\u00fcrstin und den Hals von Gladius.<\/p>\n<p>Als er bemerkte, was er getan hatte fiel mein Herr auf die Knie und schloss seine Geliebte in die Arme. Zwei letzte Worte verlie\u00dfen ihre Lippen, bevor sich ihre Augen f\u00fcr immer schlossen \u201eDein Bruder.\u201c Mein Herr dagegen wandte sich nur ab nahm die F\u00fcrstin auf die Arme und trug sie zu ihrer Burg. Ohne Worte sammelten sich die letzten Duzenden \u00dcberlebenden Sterblichen um ihn. Als die Burg in Flammen aufging und die Feuer ihr den Weg ins Jehnseits wiesen warf mein Herr seinen Kopf zur\u00fcck und bekannt zu heulen. Es war kein Br\u00fcllen eines L\u00f6wen, es war kein triumphaler Kampfschrei, es was das Heulen eines Wolfes. Wo mein Herr fr\u00fcher eine M\u00e4hne aus feurig goldnem Haar und Feuer hatte, das wuchs jetzt nur noch schwarzer dunkler Pelz. Die edlen Z\u00fcge des L\u00f6wenh\u00e4uptigen Prinzen des Krieges wurden bestialischer, dunkler, zur Schnauze eines Wolfes.<\/p>\n<p>Wo Gladius von seinem Bruder get\u00f6tet worden war barst der Himmel entzwei und die finstre Nacht f\u00e4rbte sich flammenrot als Desrutep auf seinem flammenden Streitwagen auf die Erde herabkam. Eine Stimme erschall \u00fcber dem ganzen Land: \u201eBrudermord! Ein Unsterblicher wurde durch die Hand seiner Bruder get\u00f6tet. Die Gesetze der G\u00f6tter wurden entweiht. Du bist f\u00fcr immer versto\u00dfen Tiotep aus den Hallen des Flammenden und seiner Kinder hier sollst du gefangen sein und bleiben und sehen, wie dein Volk vernichtet wird. Du bist nicht mehr von unserem Blut.\u201c Aus dem Leib von Gladius formte er Ketten und band den Wolf, der einmal sein Sohn gewesen war an H\u00e4nden und F\u00fc\u00dfen und Hals, auf das er niemals mehr frei auf Erden wandeln d\u00fcrfe.<\/p>\n<\/div>\n<h3 id=\"epilog\" class=\"sectionedit9\">Epilog<\/h3>\n<div class=\"level3\">\n<p>Wir verabschiedeten uns von unserem Herren. Die rote Schwadron war ein Teil Tioteps gewesen, w\u00fcrde aber nie ein Teil Tiors werden k\u00f6nnen. Mein Herr blickte uns noch einmal an, als wir traurig vor ihm knieten. Ein stummes Versprechen lag ins seinen Augen, oder vielleicht w\u00fcnschten wir uns nur alle es zu h\u00f6ren. Das am Ende aller Tage, wenn die G\u00f6tter einst wieder selbst auf Erden wandeln und er seine Fesseln sprengen w\u00fcrde, dass wir dann erneut Seite an Seite mit ihm in den Krieg ziehen werden.<\/p>\n<p>Fin<\/p>\n<p>Tja, das ist das Ende meiner Geschichte, der Legende von Blut und Feuer und das Ende der Geschichte von Tiotep, dem l\u00f6wenh\u00e4uptigen Prinz des Krieges. Wie es weitergeht? Also ihr wisst doch das Ende von jeder Geschichte ist der Anfang einer anderen, neuen Geschichte. Diese neue Geschichte beginnt damit, dass f\u00fcnf andere G\u00f6tter zu dem gefesselten Tior kommen und ihm ein Angebot machen sein Volk zu retten, wenn er sich ihnen anschlie\u00dfen w\u00fcrde. Dadurch, dass Gladius mit seinem letzten Angriff nicht rechtzeitig Erfolg hatte schafft es der Imperator seine Truppen auf der Westseite der Furt in Stellung zu bringen und der Hauptmann der F\u00fcrstin konnte rechtzeitig Hilfe holen und so konnten die Nekaner besiegt werden und die Caldrier waren frei. Aber diese Geschichte wird jemand anderes erz\u00e4hlen, nicht ich.<\/p>\n<\/div>\n<h3 id=\"vorgeschichte_nr_1_die_epische\" class=\"sectionedit10\">Vorgeschichte Nr. 1 (die epische)<\/h3>\n<div class=\"level3\">\n<p>In welcher erz\u00e4hlt wird vom alten Streit der G\u00f6tter, dem Untergang des ehrhaften und l\u00f6wenbl\u00fctigen Tiotep und dem Entstehen des rasenden und wolfsk\u00f6pfigen Tior<\/p>\n<pre class=\"code\">De Leonis qui in Lupum mutavit<\/pre>\n<p>Und es begab sich zu der Zeit, als die Kinder des Flammenbringers aus den Bergen kamen und die Stiefel der Legionen zerm\u00fcrbten die Saat des Meeres. Als die Mauern der letzten Stadt des alten Reiches erzitterten unter den Schl\u00e4gen des jungen Imperiums. Als das einzige Heil der Menschen des Bundes die Flucht war. Als nur noch das Meer Hoffnung barg und nur noch die Schiffe Dranas Rettung versprachen. Als sich die Mutigen unter der F\u00fchrung des Navigators sammelten; bereit, ihre Zukunft fern der Heimat zu suchen. Nur er und seine beiden treuen Gef\u00e4hrten sollten gemeinsam stark genug sein, um dem Sturm zu trotzen; nur sie sollten weise genug sein, ihren Weg durch die Nebel zu finden; nur sie sollten gerecht genug sein, die Pr\u00fcfung der Zeit zu bestehen; nur ihnen war es bestimmt, unsere Vorv\u00e4ter in ihre neue Heimat zu f\u00fchren und dort ein neues Reich des Sommers zu erbauen: Caldrien. Und als die Zeit bereit war und die Menschen jene gro\u00dfe Kraft in sich entdeckt hatten, welche sie \u00fcber das Meer getragen hatte und welche als zarter Samen in ihren Herzen ges\u00e4t nun als m\u00e4chtiger Baum in ihren Taten bl\u00fchte, erst da offenbarten die Gef\u00e4hrten des Navigators sich ihrem Volke als Alamar und Tiotep, welche die St\u00e4rke und die Weisheit ihres Volk auf die Probe gestellt hatten und sie nun belohnten. Und es begann eine Zeit des Friedens und des Wachsens. H\u00e4user und Stra\u00dfen wurden errichtet, St\u00e4dte erbl\u00fchten, Felder wurden bestellt und gro\u00dfe Ernten eingeholt. Und es sollte sein wie ein ewiger Sommer, in dessen warmem Schein das erw\u00e4hlte Volk erbl\u00fchte. Doch auf jeden Sommer folgt der Herbst und jedem Baum ist es bestimmt, seine Bl\u00fcte zu verlieren und niederzugehen, wenn die Zeit es will. H\u00f6re, Volk von Caldrien, gl\u00fcckliches Volk des Sommerreiches, Kinder der Reisenden: Der Diener des Flammenbringers naht und mit ihm naht Gladius, das Schwert des Zornes, welches reiche Ernte halten wird, bis es zerschellt an der Brust des St\u00fcrzenden\u2026<\/p>\n<p>Auszug aus einer Handschrift, gefunden in den Ruinen der Akademie zu Ayd Owl, datiert auf das Jahr 10 vor Jeldrik<\/p>\n<p>Lang, lang ist es her, da ging ein tiefer Riss durch das Pantheon Nekas, jenes aufstrebende imperialistische Gro\u00dfreich, welches sich anschickte, die Welt zu erobern. Man hatte gerade einen guten Teil des angrenzenden Festlandes befriedet und schickte sich an, nun auch die letzten beiden kleineren Nachbarn zu unterwerfen, bevor man erstmal innehalten und sich zum Kaiserreich erkl\u00e4ren konnte. Besagte kleine Nachbarn hatten weniger rosige Zukunftsaussichten. W\u00e4hrend einige unverbesserliche Heldenmutige zur\u00fcckblieben, um sich zwanzig zu eins gegen die einmarschierenden Legionen zu werfen, hingen einige andere mehr am Leben und flohen \u00fcbers Meer. Zeitgleich entschieden sich im G\u00f6tterhimmel zwei vom Leben entt\u00e4uschte Engel, endlich einmal etwas Neues auszuprobieren und gingen kurzerhand mit den Menschen mit. Ihre Namen waren Alatep und Tiotep, doch an diese Namen erinnert sich heute fast niemand mehr\u2026 Zusammen mit den wagemutigen Hasenf\u00fc\u00dfen aus der Stadt Caldros verlie\u00dfen sie Neka und erreichten das Land, welches heute als Engonien bekannt ist. Und hier, fern der expansionistischen Gefr\u00e4\u00dfigkeit ihrer V\u00e4ter, errichteten sie ein Reich der Treue und der Ehre. Ein Reich des ewigen Sommers, in welchem Aufrichtigkeit und Tapferkeit herrschten, in welchem die Starken die Schwachen st\u00fctzen und in dem nur der arm war, der arm im Herzen war\u2026 Erstaunlicherweise gelang es den beiden, diesen Zustand ziemlich lange aufrecht zu halten. Und das, was nach ein paar Generationen zustande gekommen war, nannte sich mit Fug und Recht \u201eImperium\u201c. Das Caldrische Imperium. Es hielt fast 250 Jahre lang. Doch nach jedem Sommer kommt der Herbst, so auch in diesem Fall. Der Herbst kam in Form von nekanischen Kriegsschiffen. Angef\u00fchrt von den Veteranen eines schweren nekanischen B\u00fcrgerkriegs kamen die Legionen Nekas. Und mit den Legion\u00e4ren kamen auch die G\u00f6tter Nekas. Um es noch schlimmer zu machen, nicht irgendwelche G\u00f6tter aus dem Pantheon, sondern direkt die V\u00e4ter der beiden geflohenen Engel. Neben dem tobenden Krieg gab es also auch einiges an z\u00e4nkischem Streit zwischen V\u00e4tern und S\u00f6hnen. Besonders Destrutep und sein ehemaliger Lieblingssohn, der hei\u00dfbl\u00fctige Tiotep, stritten sich bitter. Immerhin war der Vater hier mit dem Befehl, die Caldrier zu unterwerfen und wieder ins nekanische Imperium einzugliedern. Eine Zeit lang beugte sich Tiotep dem Willen seines Vaters, doch als sein Bruder Gladius, auch die Kriegsmaschine genannt, auftauchte und mit ehrloser Konsequenz und kalkulierter Effizienz den Krieg f\u00fchrte, brannte Tioteps Zorn immer hei\u00dfer, bis er schlie\u00dflich wutentbrannt seinen Bruder erschlug. Doch dazu sp\u00e4ter mehr. Destrutep verbannte seinen mordlustigen Sohn und kettete ihn zur Sicherheit an. Die Ketten schmiedete er aus dem toten Leib Gladius, der zu gro\u00dfen Teilen eh aus Metall bestand. Alatep oder Alamar, wie der zweite Engel sich jetzt nennen lie\u00df, war inzwischen nicht unt\u00e4tig gewesen und hatte seinerseits nach Verb\u00fcndeten gesucht, um gegen Neka zu bestehen. Er fand sie bei einigen anderen lokalen Gottheiten, namentlich: Aine, Lavinia und Naduria. Zusammen mit einem etwas zwielichtigen Gott namens Szivar erdachten sie einen verwegenen Plan und nahmen den inzwischen stark geschw\u00e4chten Tiotep in ihre Reihen auf. Kurze Zeit sp\u00e4ter tauchte Jeldrik, der von eben diesen G\u00f6ttern gesalbt war, auf und f\u00fchrte die V\u00f6lker Engoniens siegreich gegen Neka. Alatep blieb Alamar und aus Tiotep wurde Tior. Das Band zwischen V\u00e4tern und S\u00f6hnen war zerrissen und das neue Pantheon Engoniens stand. Und wieder konnte eine andere Geschichten erz\u00e4hlt werden bis zum heutigen Tag, an dem eben dieses Pantheon zu zerbrechen droht.<\/p>\n<\/div>\n<h3 id=\"vorgeschichte_nr_2_die_romantische\" class=\"sectionedit11\">Vorgeschichte Nr. 2 (die romantische)<\/h3>\n<div class=\"level3\">\n<p>In welcher erz\u00e4hlt wird vom traurigen Los zweier Herzen, die so hei\u00df f\u00fcreinander brannten und so schnell f\u00fcreinander schlugen, dass sie beide fast daran zerbrachen.<\/p>\n<p>Als die Sch\u00f6pfung noch jung war, waren die meisten Dinge recht simpel geregelt. Feuer und Wasser, hell und dunkel, hei\u00df und kalt. Erst mit der Zeit kamen kompliziertere Konzepte hinzu &#8211; wie ehrenhaft und hinterlistig, dumm und klug, geradlinig und kompromissbereit. Nat\u00fcrlich auch Gut und B\u00f6se\u2026. Nicht alles wird durch die Zeit verbessert. Auch bei den G\u00f6ttern wurden die Dinge mit ebenjener Zeit komplizierter. Und so geschah eines Tages, was nie h\u00e4tte geschehen sollen. Eine Tochter Hydracors verlor ihr Herz an einen Sohn Pydracors und umgekehrt. Das Ganze k\u00f6nnte nun in eine einfache Liebesgeschichte mit traurigem Ende m\u00fcnden, doch leider war auch dies etwas komplizierter. Denn die beiden, die sich da pl\u00f6tzlich n\u00e4her kamen, waren\u2026 In der blauen Ecke der Arena: Furatha! Sinnlichste und rachs\u00fcchtigste Tochter Hydracors. Herrin der Gef\u00fchle und des Sturms. Und in der roten Ecke der Arena: Tiotep! Mutigster und kampflustigster Sohn Destruteps. Herr des Duells und des guten Kampfes. Das erste und bislang einzige direkte Zusammentreffen der beiden endete beinahe in einem Desaster f\u00fcr alle Beteiligten. Sie waren beide an Bord desselben Schiffes; eben jenes Schiffes, mit dem die Fl\u00fcchtlinge aus Neka entkamen. Denn au\u00dfer den Menschen aus Caldros hatten sich auch die letzten \u00dcberlebenden des K\u00f6nigreichs Drana mit eingeschifft und man wollte zusammen fliehen. W\u00e4hrend Tiotep zusammen mit den pyrdracorgl\u00e4ubigen Caldriern vor seinem Vater floh, begleitete Furatha die hydracorgl\u00e4ubigen Dranaer in ihre neue Heimat. Auf See kam man sich n\u00e4her und das Naturell der beiden G\u00f6tterwesen sorgte mehrfach fast f\u00fcr die Zerst\u00f6rung der Schiffe. Hassliebe umschreibt nur sehr grob, was zwischen den beiden vorging. Beide betrachteten sich gleicherma\u00dfen als w\u00fcrdigen Gegner als auch als erstrebenswerte Beute. Au\u00dferdem hielten sie sich gegenseitig f\u00fcr unertr\u00e4glich arrogant und geradezu ekelhaft anziehend. Schlie\u00dflich waren es die beiden vern\u00fcnftigeren Begleiter der zwei Hitzk\u00f6pfe, die f\u00fcr Ruhe sorgten. In der roten Ecke der Richterloge: Alamar! Richtender und weiser Sohn Justoteps. Der immerhin Schuld daran war, dass er und sein Vetter hier waren. In der blauen Ecke der Richterloge: Creatha! Erschaffende und inspirierende Tochter Hydracors. Die kein Interesse hatte, die gesamte Expedition an die blinde Wut ihrer Schwester zu verlieren.<\/p>\n<p>Man trennte sich auf dem Meer und die beiden Expeditionen gingen getrennte Wege. Die Caldrier kamen im sp\u00e4teren Engonien an. Die Dranaer fanden ebenfalls Land und nannten es Condrana (in ihrer Sprache soviel wie Neues-Drana), heute Condra. Creatha begleitete sie und half zusammen mit ihrer Schwester Furatha, eine neue Heimat zu errichten. Was Furatha ihrer Schwester jedoch nicht verraten hatte, war, dass sie sich von ihrem Geliebten ein \u201eAndenken\u201c mitgenommen hatte. Sein Herz. Sie trug es lange mit sich herum, bis sie auf eine recht gewagte und ausgesprochen spontane Idee kam. Sie hatte einen Sterblichen gefunden, der so nah an Tiotep dran war, wie es f\u00fcr einen Menschen eben ging. Sie pflanzte ihm das Herz des Gottes ein und bereitete ihre Hochzeit vor. So sollte sie schlie\u00dflich doch noch kriegen, was sie wollte. Leider hatte noch jemand von der Geschichte Wind bekommen: Justotep, Sohn Pyrdracors und Vater Alateps und erkl\u00e4rter Gegner von Furatha, sah was geschah und sah sich gen\u00f6tigt einzugreifen. Er schickte seine Diener hin, um das Herz seines Neffen wieder nach Hause zu holen. Der Plan war einfach und misslang. Zwar schafften sie es, den Sterblichen zu t\u00f6ten und ihm das Herz zu entrei\u00dfen, aber genau in dem Moment griff Furatha ein und zeigte ihnen, warum man sie die Rachs\u00fcchtige nennt. Doch sie war sehr ersch\u00f6pft; erneut hatte sie ihren Liebsten verloren, und legte sich zur Ruhe und tr\u00e4umte sich in eine bessere Welt. Sie schlief fast 250 Jahre, bis ein paar Helden kamen und sie weckten. Das Herz aber lag schutzlos in der Gegend herum, bis Creatha kam und sich darum k\u00fcmmerte. Sie nahm es und pflanzte es in den Stamm eines Baumes. Drumherum erschuf sie eine Burg, denn sie wusste durchaus, wie gef\u00e4hrlich die Macht des Herzen sein k\u00f6nnte, wenn es in die falschen H\u00e4nde geriete. Und tats\u00e4chlich fing das Herz mit den Jahren an, seine Umwelt zu \u201evergiften\u201c. Jeder Mensch, der eine Weile in der N\u00e4he blieb, neigte zu pl\u00f6tzlichen Wutanf\u00e4llen oder unerkl\u00e4rlichen Zust\u00e4nden von Heldenmut und gro\u00dfer Dummheit. Die Situation wurde immer schlimmer, doch schlie\u00dflich kam einer der J\u00fcnger Mesits vorbei und machte der Sache mit einem gezielten Sto\u00df seines Servions ein Ende. Nat\u00fcrlich t\u00f6tete er das Herz damit nicht, sonst w\u00e4re unsere Geschichte recht kurz, sondern schickte es nur schlafen. Bis irgendwann irgendein Dummkopf kommen wird und den Dolch herausziehen wird\u2026<\/p>\n<\/div>\n<h3 id=\"vorgeschichte_nr_3_die_politische\" class=\"sectionedit12\">Vorgeschichte Nr. 3 (die politische)<\/h3>\n<div class=\"level3\">\n<p>In welcher erz\u00e4hlt wird vom jungen Streit der Menschen, der entbrennt an einer alten, lang vergessenen Burg. Doch was als Politikum beginnt, f\u00fchrt vielleicht ein Land in den Krieg, getrieben von dem Machthunger einer Stadt und dem Rachedurst einer einzelnen Frau.<\/p>\n<p>Die letzten Tage des B\u00fcrgerkrieges: Die Rebellen haben sich formiert und ziehen, angef\u00fchrt von dem Hohepriester Therion gen Tharemis, um die Hauptstadt gemeinsam mit den verb\u00fcndeten Truppen anzugreifen. Auf ihrem Weg liegt Schieferbruch, die Stadt der reichen H\u00e4ndler. Die haupts\u00e4chlich deswegen reich sind, weil sie flei\u00dfig mit den Nekanern zusammenarbeiten und brav tun, was der K\u00f6nig sagt. Was dann geschieht, wird in den Geschichten heute wahlweise als die Nacht der Rache oder als die Blutnacht von Schieferbruch bezeichnet. Es wundert also wohl kaum, dass es in Schieferbruch einiges an Meinung gegen die ehemaligen Rebellen gibt, welche sich heute Archonten nennen und als Hoher Rat Condra regieren. Es g\u00e4rt und brodelt nun schon einige Jahre. Im letzten Jahr wird der Zorn und der Hader Schieferbruchs zunehmend handfest. Die m\u00e4chtige Fuhrmannsgilde hat ihr Gildenhaus in Schieferbruch und kontrolliert zunehmend die Stra\u00dfen des Landes. Auf den Ruinen der einst geschliffenen Palisaden w\u00e4chst eine neue und m\u00e4chtige Stadtmauer und die Dragoner der Schiefergarde bilden derzeit die schlagkr\u00e4ftigste Kavallerie-Einheit Condras. Schieferbruch bereitet sich f\u00fcr einen Krieg vor. Einen Krieg, den sie diesmal zu ihren Bedingungen f\u00fchren werden. Hinter all diesen Vorbereitungen stehen der Hass und der Machthunger einer Frau: Aggripina Edlenviel. Frau des eigentlich ganz vertr\u00e4glichen Rowan Edlenviel, m\u00e4chtigster H\u00e4ndler Schieferbruchs und Mitglied des Hohen Rates von Tharemis. All diese Vorbereitungen sind nat\u00fcrlich nicht unbemerkt geblieben. Die Stimmung \u00e4ndert sich merklich.Seit einiger Zeit trinkt man in den Schenken wieder auf den K\u00f6nig, genauer gesagt auf die K\u00f6nigin. Und mitten in dieser ohnehin schon aufgeheizte Atmosph\u00e4re erscheinen pl\u00f6tzlich eine Gesandtschaft der Zwerge und verk\u00fcndet, dass sie kommen, um einen alten Vertrag mit den Menschen einzul\u00f6sen. Sie wollen eine Burg zur\u00fcckgeben, die sie vor Jahrhunderten von den Menschen gepachtet haben: Die Sternenwacht. Interessanterweise liegt diese Burg an einem Pass durch die Retekberge weit s\u00fcdlich von Schieferbruch. F\u00fcr Schieferbruch w\u00e4re sie ein sicherer R\u00fcckzugspunkt und die einzige M\u00f6glichkeit, s\u00fcdlich der Berge zu gelangen. F\u00fcr den Rat bedeutet die Burg zun\u00e4chst einmal eine M\u00f6glichkeit, sich gegen die immer mal wieder marodierenden Orks aus dem S\u00fcden zu wehren. Gleichzeitig w\u00e4re die Burg aber auch gut geeignet, Schieferbruch in die Zange zu nehmen, falls die H\u00e4ndler was versuchen.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es war einmal vor langer Zeit, als die G\u00f6tter gar selbst noch auf Erden wandelten und gegeneinander Krieg f\u00fchrten. Prydracor, der Ewig Flammende, zog in den Kampf. An Seiner Seite Seine sieben S\u00f6hne, allen voran Destrutep, Sein Feldherr und General. Destrutep hatte einen Sohn, der die Leidenschaft und den Kampfesmut des Vaters mehr als nur &hellip;<\/p>\n<p class=\"read-more\"> <a class=\"\" href=\"https:\/\/engonien.net\/engonienwiki\/?page_id=379\"> <span class=\"screen-reader-text\">Die Legende von Blut und Feuer<\/span> Weiterlesen &raquo;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/engonien.net\/engonienwiki\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/379"}],"collection":[{"href":"https:\/\/engonien.net\/engonienwiki\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/engonien.net\/engonienwiki\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/engonien.net\/engonienwiki\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/engonien.net\/engonienwiki\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=379"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/engonien.net\/engonienwiki\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/379\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":380,"href":"https:\/\/engonien.net\/engonienwiki\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/379\/revisions\/380"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/engonien.net\/engonienwiki\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=379"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}