{"id":51,"date":"2018-03-04T17:58:26","date_gmt":"2018-03-04T17:58:26","guid":{"rendered":"https:\/\/engonien.net\/engonienwiki\/?page_id=51"},"modified":"2018-06-07T18:01:07","modified_gmt":"2018-06-07T18:01:07","slug":"lavinia","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/engonien.net\/engonienwiki\/?page_id=51","title":{"rendered":"Lavinia"},"content":{"rendered":"<h1 id=\"firstHeading\" class=\"firstHeading\" lang=\"de\">Lavinia<\/h1>\n<div id=\"bodyContent\" class=\"mw-body-content\">\n<div id=\"contentSub\"><\/div>\n<\/div>\n<p><b>Lavinia<\/b> ist grunds\u00e4tzlich eine gute Gottheit. Sie steht f\u00fcr alles, was einem halbwegs normalen Menschen wichtig ist: Frieden, Liebe, Einigkeit und dergleichen mehr. Sie besch\u00fctzt die ihren, jedoch nicht durch Waffen oder gar Kriege, sondern indem sie einem jeden ihre Hingabe, Liebe und Zuneigung schenkt, der zu ihr betet. Sie schl\u00e4gt keine Wunden, sondern heilt. Sie k\u00e4mpft nicht, sondern schlichtet. Sie hasst nicht, sondern liebt.<\/p>\n<h3><span id=\"Aspekte\" class=\"mw-headline\">Aspekte<\/span><\/h3>\n<p>Im Folgenden eine Liste von Aspekten, die dem Durchschnittsengonier einfallen, wenn von Lavinia die Rede ist. Ein Glaube mag nicht nur von Schlagw\u00f6rtern leben k\u00f6nnen, dennoch sind sie nicht verkehrt, um einen kurzen \u00dcberblick \u00fcber die einzelnen Aspekte geben zu k\u00f6nnen. Wichtig: die Ordnung sagt nichts \u00fcber die Gewichtung aus.<\/p>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<td>\n<table class=\"wikitable\" style=\"height: 1741px;\" width=\"1254\">\n<tbody>\n<tr>\n<th colspan=\"2\">Aspekte<\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td align=\"left\"><b>Gnade<\/b><\/td>\n<td align=\"center\">Lavinia ist eine gute Gottheit. Sie straft nicht, wie Alamar es im Namen der Gerechtigkeit vielleicht tut, sondern vergibt. Sie schl\u00e4gt keine neuen Wunden, sondern heilt alte.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td align=\"left\"><b>Schutz, Bewahrung<\/b><\/td>\n<td align=\"center\">Wo Tior in Kampfeswut zerschl\u00e4gt, wo Szivar voller List entzweit, wo Alamar in gerechtem Zorn vernichtet, k\u00e4mpft Lavinia f\u00fcr Einheit, f\u00fcr Vollkommenheit, f\u00fcr Einigkeit, f\u00fcr die Wahrung des Ganzen.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td align=\"left\"><b>Familie<\/b><\/td>\n<td align=\"center\">Sowohl die Hausgemeinschaft als auch die Blutsbande der Familie sind Lavinia heilig. Sch\u00fctzend und verbindend greift sie ein, wo immer es notwendig ist.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td align=\"left\"><b>Minne<\/b><\/td>\n<td align=\"center\">Diese hohe Kunst erfreut Lavinia von Herzen, die Idee der Liebe kann dort wachsen und gedeihen.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td align=\"left\"><b>Sexualit\u00e4t und Fruchtbarkeit<\/b><\/td>\n<td align=\"center\">Wo immer Kinder gezeugt werden, achtet Lavinia darauf, dass diese gesund und unversehrt zur Welt kommen. Auch wird sie oft und gerne nach vielen Kindern angefleht, doch nicht jeder dieser W\u00fcnsche wird erf\u00fcllt.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td align=\"left\"><b>Liebe<\/b><\/td>\n<td align=\"center\">Ob nun ein sch\u00f6ner, guter Ehemann, oder doch nur eine fl\u00fcchtige Liebschaft, oder gar die Liebe einer holden Maid zu einem tapferen Rittersmann: Lavinia n\u00e4ht die Lebensf\u00e4den zweier Menschen zusammen, wo sie nur kann.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td align=\"left\"><b>Frieden<\/b><\/td>\n<td align=\"center\">Nichts liegt Lavinia mehr am Herzen als Einigkeit und Liebe. Krieg ist ihr zuwider, und nur in Friedenszeiten senkt sie ihren Samen in die Erde. Auch wacht sie \u00fcber die hohe Kunst der Diplomatie und des Verhandelns, sowohl als Schlichter als auch als Verh\u00e4ndler.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td align=\"left\"><b>Kunst<\/b><\/td>\n<td align=\"center\">Auch die hohen und sch\u00f6nen K\u00fcnste erfreuen Lavinias Herz, ein Werk, vollbracht mit Hingabe und Liebe, kann ungeachtet der weltichen Qualit\u00e4t das Sch\u00f6nste f\u00fcr sie sein.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td align=\"left\"><b>Errettung\/&#8220;Saviour of souls&#8220;<\/b><\/td>\n<td align=\"center\">Ein jeder Engonier wird nach seinem hoffentlich langen und erf\u00fcllten Leben ins Totenmeer gelangen. Hat ein Sterblicher die Regeln der G\u00f6tter befolgt, werden diese auf seine Seele aufmerksam. Die Seelen g\u00f6ttergef\u00e4lliger Sterblicher kann ein Gott in sein Totenreich f\u00fchren. Es hei\u00dft, dass die mildt\u00e4tige Lavinia Mitleid mit den meisten Seelen hat, die nicht von ihren Geschwistern auserw\u00e4hlt werden, und dass sie aus diesem Grunde diese errettet. Nur die wirklich schlechten Menschen verbleiben auf dem Totenmeer. Doch selbst der schw\u00e4rzeste S\u00fcnder kann, so voll ehrlicher Reue erf\u00fcllt und von aufrichtigem Bedauern seiner Taten, aufsteigen vom Meeresgrund in die H\u00e4nde der G\u00f6tter.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<h3><span id=\"Allgemeines_zum_Glauben\" class=\"mw-headline\">Allgemeines zum Glauben<\/span><\/h3>\n<p>Im Gro\u00dfen und Ganzen gibt es nicht viele Unterschiede zwischen dem Lavinia-Glauben in Caldrien und in Tangara. Ein paar Begebenheiten sind jedoch erw\u00e4hnenswert, daher soll der geneigte Leser im Folgenden Gelegenheit bekommen, sowohl Allgemeinheiten \u00fcber den Glauben zu erfahren, als auch regionale Besonderheiten zu erfahren.<\/p>\n<p>Lavinia ist eine Hauptgottheit Engoniens. Das bedeutet, dass jedes Kind ihren Namen kennt, und ein Gro\u00dfteil der Menschen in Tangara und Caldrien zu ihr betet. In Andarra und Silvanaja wird Lavinia nicht wirklich verehrt, jedoch gibt es auch dort Gl\u00e4ubige. Die Kirche Lavinias ist keine straff organisierte Institution. Vielmehr gibt es von Dorf zu Dorf, von Stadt zu Stadt, immer wieder kleine Schreine, Tempel und Kl\u00f6ster, vor allem in Tangara findet man Prediger, die der Dorfgemeinschaft angeh\u00f6ren, aber in ihrem eigenen kleinen Haus wohnen und keinem Tempel o.\u00e4. vorstehen. Priester sind oftmals normale Mitglieder der Gesellschaft, keine entr\u00fcckten oder weltlich erhobenen Menschen.<\/p>\n<p>Der Priesterschaft liegt das Wohl aller Menschen sehr am Herz, daher findet man fast \u00fcberall, wo ein gr\u00f6\u00dferer Tempel steht, auch Kinderg\u00e4rten oder Schulen, in denen kostenfrei lesen und schreiben gelehrt wird. Die meisten Engonier k\u00f6nnen jedoch ob ihres t\u00e4glichen Handwerks kaum die Zeit aufbringen, diese Schulen zu besuchen.<\/p>\n<p>Der Eintritt in den Dienst an Lavinia ist mit jedem Lebensjahr m\u00f6glich, doch erst mit dem 16. Geburtstag kann eine junge Frau oder ein junger Mann in den offiziellen Novizenstatus erhoben werden. Dann beginnt sie\/er mit Wanderschaften von Tempel zu Tempel, um bei m\u00f6glichst verschiedenen Menschen sein Handwerk zu erlernen. &#8222;Handwerk&#8220; meint sowohl die F\u00e4higkeit, k\u00f6rperliche Wunden heilen zu k\u00f6nnen, wie auch die F\u00e4higkeit, f\u00fcr das Seelenheil eines jeden Menschen wohltuend handeln zu k\u00f6nnen. Das Noviziat ist meist nicht auf einen festen Zeitraum begrenzt, sondern wird anhand des Lernfortschritts und der Reife des Novizen bemessen. Nur selten kommt es vor, dass ein Tempel eine Zeit vorgibt.<\/p>\n<p>Da die Kirche ohne eine gro\u00dfartige Hierarchie auskommt, gibt es auch nur wenige Titel. Dennoch sind die wenigen, die es gibt, erw\u00e4hnenswert:<\/p>\n<ul>\n<li>Novize<\/li>\n<li>Amabilis \/ Agapima (mit einem normalen Priester vergleichbar)<\/li>\n<li>Amata (Hohepriester)<\/li>\n<\/ul>\n<h4><span id=\"Der_Glaube_in_Tangara\" class=\"mw-headline\">Der Glaube in Tangara<\/span><\/h4>\n<p>Das vorherrschende Symbol Lavinias in Tangara ist die Rose. Mal eine mit Stamm und Dornen, dann wieder nur die Bl\u00fcte, eine wirkliche Vorgabe gibt es nicht. Sowohl wei\u00dfe, rote als auch blaue Rosen sind schon vorgekommen (man munkelt gar \u00fcber eine schwarze!), eine \u00fcbergeordnete, allgemeing\u00fcltige Farbsymbolik scheint es jedoch nicht zu geben.<\/p>\n<p>Der durchschnittliche Tangaraner sieht in Lavinia eine mollige, wohlmeinende Mutter. Er sieht weniger das Ideal der Liebe (wie der Caldrier), sondern freut sich vielmehr \u00fcber die Zuneigung und Aufmerksamkeit, wie ein Kind es bei seiner leiblichen Mutter tun w\u00fcrde. So kommt es auch, dass der Tangaraner kein Problem damit hat, seine b\u00e4uerlichen W\u00fcnsche Lavinia mitzuteilen: sei es nun das Beten um gesunde, dicke Kinder, um einen gutaussehenden, reichen Ehemann, oder einfach das Flehen nach einem langen, erf\u00fcllten Leben mit wenigen Krankheiten. Oft wird auch in Hurenh\u00e4usern zu Lavinia gebeten: die M\u00e4dchen und Frauen, die das Pech haben, als Huren ihr Geld verdienen zu m\u00fcssen, bitten oftmals darum, dass die Freier gro\u00dfz\u00fcgig sind bzw. \u00fcberhaupt bezahlen, dass ihnen k\u00f6rperlich nichts geschieht und auch, dass sie nicht schwanger werden. In wenigen, meist teureren Bordellen (die, die sich Aufpasser leisten k\u00f6nnen und bei den Damen auf Hygiene sowie bei den Herren auf eine gewisse Solvenz achten), findet man auch einen kleinen Lavinia-Schrein.<\/p>\n<p>In Lavinias Namen sammeln Priester oft Spenden f\u00fcr Obachlose, Kranke, Ausgesto\u00dfene und andere Menschen, denen das Leben \u00fcbel mitgespielt hat, au\u00dferdem sind sie oftmals f\u00fcr Hochzeiten und Beerdigungen \u201czust\u00e4ndig\u201d. W\u00e4hrend in Caldrien solide Kloster das Erscheinungsbild des Glaubens dominieren, existieren in Tangara vor allem viele kleine Tempel, Armenh\u00e4user und d\u00f6rfliche Schreine.<\/p>\n<p>Der Durschnittstangaraner denkt zun\u00e4chst und als erstes an folgende Ideen:<\/p>\n<ul>\n<li>Familie<\/li>\n<li>N\u00e4chstenliebe<\/li>\n<li>Barmherzigkeit<\/li>\n<\/ul>\n<h4><span id=\"Der_Glaube_in_Caldrien\" class=\"mw-headline\">Der Glaube in Caldrien<\/span><\/h4>\n<p>W\u00e4hrend in Tangara die Rose als Symbol Lavinias dominiert, findet man in Caldrien auch oftmals eine (stilisierte) Kirschbl\u00fcte vor. Hier, im kalten Norden Engoniens, steht Lavinia nicht nur als G\u00f6ttin der Familie, der N\u00e4chstenliebe und des Friedens an erster Stelle, sondern wird auch als G\u00f6ttin der K\u00fcnste, der Fruchtbarkeit und der Sexualit\u00e4t wahrgenommen.<\/p>\n<p>Grade im gehobenen Volk meint man jedoch nicht die platte Fortpflanzung, wenn man in Lavinias Namen um ihre Liebe bittet, sondern eher das stilisierte Ideal der Liebe, sozusagen die Idee der Liebe. Doch auch im Namen der Verst\u00e4ndigung, Mediation und Diplomatie ruft man Lavinia an, oft werden Vertr\u00e4ge in ihrem Namen oder unter ihrer Anrufung unterzeichnet. Die Mutter gilt als Lebensspenderin, doch auch im Tod ist sie gn\u00e4dig: sie ist die Barmherzige, die die verlorenen Seelen im Totenmeer vor dem Versinken bewahrt und ungeachtet ihrer guten oder schlechten Taten im Leben in ihre Arme holt. Zuletzt ist noch zu sagen, dass dem Caldrier, der von Stand ist, die Ehe heilig ist, und Lavinia diejenige ist, die die Ehe sch\u00fctzt und gedeihen l\u00e4sst. So wird eine Frau, die unverheiratet einem Kind das Leben schenkt, egal ob von Stand oder nicht, zwar ein wenig schr\u00e4g angesehen, doch wird ihr keiner einen Strick daraus drehen oder sie dar\u00fcber gar beleidigen. Doch eine verheiratete Frau, die die Ehe nicht ehrt, gilt als schmutzige Metze, ganz so wie der Ehemann, der seine Angetraute betr\u00fcgt, mit Verachtung bestraft wird und seine Ehre in Frage gestellt wird.<\/p>\n<p>Beim einfachen Volk wiederrum ist das relativ egal, wenn ein Kind au\u00dferhalb einer Ehe zur Welt kommt &#8211; dann ist\u2019s eben so.<\/p>\n<p>Zu letzt ist noch zu sagen, dass der Caldrier besonderen Wert auf die Hausgemeinschaft legt. Daher finden allmorgendlich gemeinschaftliche Segnungen im Namen der Mutter statt. Es wird jedoch meist nicht der Segen f\u00fcr einzelne Personen erbeten, sondern vielmehr wird darum gebeten, die Hausgemeinschaft als Ganzes zu sch\u00fctzen, sowie deren Einheit und Einigkeit. Dies geschieht, so kein Priester da ist, durch den Vorsteher der Hausgemeinschaft, egal ob nun von Stand oder nicht. Oftmals wird auch eine Heiligengeschichte dabei vorgetragen, um anschlie\u00dfend mit frohem Mut ans Tagewerk zu gehen.<\/p>\n<p>Dem durchschnittlichen Caldrier werden beim Gedanken an Lavinia die folgenden drei Aspekte einfallen:<\/p>\n<ul>\n<li>Die Familie und die Hausgemeinschaft<\/li>\n<li>Die Minne und das Ideal der Liebe<\/li>\n<li>Der Totenglaube und die Idee, niemals im Totenmeer versinken zu m\u00fcssen<\/li>\n<\/ul>\n<p>Der geneigte Leser wird bei seinen Reisen durch Caldrien immer wieder auf kleinere und gr\u00f6\u00dfere Kl\u00f6ster sto\u00dfen, in denen nicht selten das Lesen, Schreiben und auch die hohe Kunst der Kalligraphie gelehrt wird. Auch wird er in zahlreichen D\u00f6rfern Schreine vorfinden, die heiligen und seligen M\u00e4nnern und Frauen gewidmet sind. Nicht zuletzt gibt es zahlreiche Heiligengeschichten, die von Generation zu Generation weitergegeben werden.<\/p>\n<p>Innerhalb der Kl\u00f6ster herrscht meist eine straffe Hierarchie, eine generelle Rangordnung gibt es jedoch nicht.<\/p>\n<h5><span id=\"Der_Ritus\" class=\"mw-headline\">Der Ritus<\/span><\/h5>\n<p>Im Folgenden eine Abhandlung \u00fcber die Unterschiede des caldrischen, vornehmlich nordcaldrischen, zum tagaranischen Ritus, betreffend der Verehrung Lavinias.<\/p>\n<p>Auszug aus dem Dokument, welches w\u00e4hrend dem Konklave im Jahre des Heils 225 n. J. unter der Schirmherrschaft seiner Gnaden, des Emilie Lioncoeur, entstanden ist.<\/p>\n<table class=\"wikitable\">\n<tbody>\n<tr>\n<td>&#8230;so muss uns doch bewusst sein, dass nicht der eine Ritus mehr Wohlwollen in den Augen der G\u00f6ttin besitzt als der andere. Vielmehr dient ein jeder Mensch der G\u00f6ttin so, wie er es am besten vermag. Die einen durch ein sittsames Leben, welches der Gemeinschaft f\u00f6rderlich ist, die anderen durch Festlichkeiten und gro\u00dfe Opfer.W\u00e4hrend der tangaranische Ritus ein gro\u00dfes Augenmerk auf die k\u00f6rperliche Liebe und Verbundenheit zwischen Mann und Frau legt, so sind die caldrischen Auslegungen urspr\u00fcnglicher und mehr der Gemeinschaft verpflichtet.<\/p>\n<p>Selbstverst\u00e4ndlich werden auch hier Ehen im Namen Lavinias geschlossen, aber die Verehrung innerhalb der Familien zeigt mehr den Aspekt des k\u00fcnstlerischen Schaffens und der famili\u00e4ren Bande im Sinne der gegenseitigen Sorge und Zusammengeh\u00f6rigkeit. Nicht selten \u00fcbernehmen die Geweihten in den D\u00f6rfern und Weilern nicht nur die traditionellen Aufgaben eines Geweihten, sondern sind auch Priester und Lehrer zugleich.<\/p>\n<p>Ein offensichtlicher Unterschied ist die Wahl des Symbols, welches f\u00fcr Lavinia steht. W\u00e4hrend in Caldrien die traditionelle Kirschbl\u00fcte weit verbreitet ist und im Handwerk sowie der Kunst Verwendung findet, so ist es in Tangara die Rose, welche die Assoziation von Lavinia und Liebe unterstreicht.<\/p>\n<p>Eine weitere Besonderheit Caldriens ist sicherlich die Verehrung Lavinias durch die adligen Familien. Auch sie sch\u00e4tzen die lichte G\u00f6ttin und huldigen ihr. Die Verehrung von Lavinia als Beh\u00fcterin der Familie hat in den adligen Familien eine besondere Konnotation bekommen, da sie die Wichtigkeit der Abstammung und des vererbten Blutes zu unterstreichen scheint. Zudem sehen sie in ihr den Quell der Minne und somit Ritterlichkeit. W\u00e4hrend Alamar die herrschende Ordnung so bestimmt hat und Tior den kriegerischen Aspekt vertritt, so ist es doch Lavinia, die in ihrer G\u00fcte keine Verrohung der M\u00e4nner zul\u00e4sst und sie durch die Minne den h\u00f6chsten Idealen zuf\u00fchrt.<\/p>\n<p>An dieser Stelle muss der Begriff der hohen Minne, wie er in Caldrien verstanden wird, definiert werden. Zu oft versteht man darunter das Freien des Mannes um das Weib, welches seine Gemahlin werden soll. Dies ist, wenn \u00fcberhaupt, die niedere Minne.<\/p>\n<p>Die hohe Minne jedoch ist das Geschenk Lavinias an die Menschen Caldriens, mit dem Sie einen Kontrapunkt zum notwendigen \u00dcbel des Krieges schafft. In der Minne verehrt der Ritter das Ideal der Courtoisie in Gestalt einer Dame. Die Beziehung zwischen der Dame und dem Ritter ist rein platonisch! W\u00e4hrend der Ritter seinen beschwerlichen Weg geht, so hat er in Gestalt der Dame ein Leuchtfeuer, an dem er sich in seinen dunkelsten Stunden richten kann. Sie kann ihm den Weg aus der Finsternis des Kampfes und Blutvergie\u00dfens weisen und ihn vor dem Sturz in die Verrohung und ein von niederen Gel\u00fcsten regiertes Leben bewahren. Die Dame zeichnet den Ritter vor allen anderen aus, in dem sie ihm ein sichtbares Pfand \u00fcberl\u00e4sst. Dieses tr\u00e4gt der Ritter in seinen Schlachten mit sich, in ihrem Namen erstreitet er den Sieg oder duldet stumm die Niederlage.<\/p>\n<p>Ger\u00e4t die Dame in Gefahr, so ist er das Schwert und Schild an ihrer Seite, bereit jedweden Makel durch sein Blut reinzuwaschen. Die Dame wiederum tr\u00e4gt eine schwere Verantwortung, soll sie doch das Ideal sein, nach dem der Ritter strebt: mildt\u00e4tig ist sie und gro\u00dfherzig, nicht putzs\u00fcchtig und auch nicht prassend. Voll liebevoller Sorge bereitet sie dem Ritter bei seiner Heimkehr einen Trunk mit eigenen H\u00e4nden zu und bindet seine Wunden. Unterliegt er, so steht sie ebenso an seiner Seite wie beim Sieg. Bitterer als jede Wunde ist das Wissen, sie entt\u00e4uscht zu haben.<\/p>\n<p>Durch all dies wird Lavinia gepriesen, jeder Dienst an der Dame ist ein Dienst an ihr.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<h3><span id=\"Das_Gebot_der_Nichtgewalt\" class=\"mw-headline\">Das Gebot der Nichtgewalt<\/span><\/h3>\n<p>M\u00e4nnern und Frauen, die den Gottesdienst an Lavinia verrichten, ist es grunds\u00e4tzlich untersagt, Gewalt jeglicher Art einem Kinde Lavinas anzutun. Dies ist nicht mit einer Waffenlosigkeit gleich zusetzten. Dieses Gebot umfasst mehr als nur eine Blo\u00dfe Waffenlosigkeit, mei\u00dft beruft man sich den folgenden, vor-jeldrikischen Text:<\/p>\n<table class=\"wikitable\">\n<tbody>\n<tr>\n<td>Einem jeden Diener der G\u00f6ttin sei es untersagt, einem geliebten Kinde unser aller Heiligen Mutter Unheil angedeihen zu lassen.Ob durch Wort oder Tat, Eisen oder Zauber, durch die blo\u00dfe Hand oder durch niedere Handlanger; ein jeder, der dieses Wort gebrochen, steht nicht l\u00e4nger in der G\u00f6ttin Gunst.<\/p>\n<p>Doch gleich wie schwer die Tat, gleich wie schwarz das Unheil, durch harte Bu\u00dfe, ehrliche Reue und hohe, gute Taten soll die S\u00fcnde fortgewaschen werden k\u00f6nnen, denn Lavinia ist nicht grausam, sondern voller Gro\u00dfmut und Gnade.&#8220;<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Oft gibt es Streitereien der Priester, wie genau das Wort &#8218;Unheil&#8216; zu definieren ist. Auch streitet man dar\u00fcber, wie weit der Begriff &#8218;geliebtes Kind&#8216; tats\u00e4chlich geht, ob damit generell Lebewesen gemeint sind, oder doch nur Menschen, oder nur gute, edle Menschen. Im Grunde gilt jedoch, dass ein Priester, der mit einer Waffe erwischt wird, erstmal seeehr schr\u00e4g angesehen wird.<\/p>\n<h3><span id=\"Heiligensagen\" class=\"mw-headline\">Heiligensagen<\/span><\/h3>\n<table class=\"wikitable\">\n<tbody>\n<tr>\n<th>Heilige\/r<\/th>\n<th>Attribute<\/th>\n<th>Geschichte<\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><b>Dara<\/b>, Schutzherrin der Liebenden und der Friedens suchenden<\/td>\n<td>Anmutig, W\u00fcrdevoll, Gn\u00e4dig<\/td>\n<td>Einst begab es sich, dass eine Fehde zwischen zwei Baronen zu einer Schlacht f\u00fchrte. Die junge Dara, eine Schwester des einen Kontrahenten, war dort, aber vor allem, um der Schlacht zuzuschauen mit ihrem Gefolge. Jeder Zoll ihrer Gestalt war anmutig anzusehen, aber wie viele junge Dinger war sie besch\u00e4ftigt mit trivialen Kleinigkeiten. So sah sie von weitem dem Kampfe zu, sah die gl\u00e4nzenden R\u00fcstungen der Ritter und das Flattern der Fahnen. Schlie\u00dflich war der Kampf vorbei und ihr Bruder hatte den gegnerischen Baron gefangen gesetzt. Die Ritter kehrten, einige verletzt, zur\u00fcck und lie\u00dfen sich von den Priestern versorgen. Aber Dara wollte nun die St\u00e4tte des Sieges begutachten und ritt mit ihren Zofen, noch w\u00e4hrend ihr Bruder besch\u00e4ftigt war, einfach zu dem Schlachtfeld. Dort offenbarte sich ein Bild des Grauens f\u00fcr die junge Adelige. Noch nie hatte sie so viel Blut und so viele verletzte schreiende Menschen gesehen. Die Bauern, die dort gek\u00e4mpft hatten, waren kaum ger\u00fcstet gewesen, einige hatten noch nicht einmal einen Helm gehabt. Dieselben Waffen, die den Rittern Schnitte und Blessuren beigebracht hatten, hatten hier Gliedma\u00dfen abgetrennt und blutige Wunden geschlagen.Viele h\u00e4tten in ihrer Situation sich umgedreht und w\u00e4ren geflohen. Doch Dara erinnerte sich an die halbvergessenen Lehren ihrer alten Agapina und fand in ihrem Herzen ein merkw\u00fcrdiges Verlangen. Ihrem Herzen folgend stieg sie von ihrem Pferd und befahl ihren Zofen, dasselbe zu tun. Z\u00f6gerlich folgten diese ihren Befehlen und zerrissenen die sch\u00f6nen T\u00fccher, um die Wunden der Bauern zu verbinden. Dara legte selber ebenfalls Hand an und als die Ritter ihres Bruders kamen, war sie bis zu den Knien mit Schlamm und Blut bedeckt. Doch ihre Augen strahlten und als die Ritter sie fortbringen wollt, da richtete sie sich auf und sprach:<\/p>\n<p>&#8222;Euer Tagwerk habt ihr getan und ich sehe eure Handarbeit in jeder Wunde und an jedem Toten hier. Nun lasst mich das Wenige tun, was noch m\u00f6glich ist, auf dass diese V\u00e4ter und S\u00f6hne, M\u00fctter und T\u00f6chter zu ihren Familien zur\u00fcckkehren m\u00f6gen. Denn das ist letztlich das Gebot eines jeden Kindes Lavinias: Nicht zu verletzten, sondern zu heilen. Nicht zu zerst\u00f6ren, sondern zu erschaffen. Und diesem Gebote folge ich von nun an.&#8220;<\/p>\n<p>Sie drehte sich um und als sie den n\u00e4chsten der Sterbenden in den Arm nahm, sp\u00fcrten alle, wie er Frieden fand. Und keiner der Ritter wagte es Hand an sie zu legen. Von jenem Tage an folgte Dara einem anderen Ruf und widmete ihrer Herz Lavinia.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><b>Kaius<\/b>, Schutzherr der geliebten Lavinias<\/td>\n<td>Glaubensstark, Gn\u00e4dig\/Vergeben, W\u00fcrdevoll<\/td>\n<td>Als Kaius kurz vor seiner Entr\u00fcckung in den grossen St\u00e4dten Andarras predigte, wurde er gefragt, wie man die Gnade Lavinias erwerben k\u00f6nnte. Er antwortete: &#8222;Mein gesamtes Leben lang habe ich versucht, selber diese Antwort zu finden. Daher kann ich euch als gealterter Mann einen ersten Hinweis geben. Die gnadenvolle G\u00f6ttin schaut mit Wohlwollen auf diejenigen Diener herab, die selber voll Gnade sind. Hat euch ein Feind etwas B\u00f6ses getan oder ein Rivale euch herabgew\u00fcrdigt, so vergebt ihnen! Denn was er B\u00f6ses getan hat, dass wird euch die Herrin vielfach zur\u00fcckzahlen und die W\u00fcrde, die er euch zu nehmen versucht hat, ist ein Geschenk der G\u00f6ttin und kann nicht genommen werden. Enthaltet euch auch des Richtens \u00fcber euer Gegen\u00fcber, denn das Gericht sprechen die G\u00f6tter. Wir sind keine Flamines, die in die Herzen der Menschen blicken wollen, sondern diejenigen, die diese Herzen heilen. Seid voller Liebe, denn die Herrin gab uns den Auftrag, die Liebe vor denen, die Wut und Kampf bringen, zu verteidigen.<br \/>\nFolgt all diesen Dingen und ihr habt den ersten Schritt getan. Dann widmet euer Leben diesen Dingen und denkt jede Minute an die Gebote der geliebten Herrin und ihr habt den zweiten Schritt getan. Und den dritten Schritt erkl\u00e4re ich euch, wenn ich ihn gegangen habe.&#8220;<br \/>\nSeinen Zuh\u00f6rer wurde schwer ums Herz, als sie dies h\u00f6rten, denn viel wurde verlangt. Doch Kaius beruhigte sie: &#8222;H\u00f6ret, ihr Kinder der gnadenvollen Mutter Lavinia! Ihre Gnade verspricht es uns, darauf zu vertrauen, dass wir dereinst in ihren Armen aus dem ewigen Meere getragen werden, auch wenn wir nicht diese Schritte gehen k\u00f6nnen. Denn auch die kleinen Kinder und die Umnachteten werden von ihr genommen und vor den G\u00f6ttern sind wir alle nur wie diese!&#8220;<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><b>Lentus<\/b>, Schutzherr der Verheirateten und der Familie<\/td>\n<td>Treue, Tapfer, Liebevoll<\/td>\n<td>Lentus, vor kurzem zum Amabilis geweiht, war auf dem Weg zur\u00fcck zu seiner Frau und seinen zwei Kindern in einem Dorf in der N\u00e4he Neldans. Doch in den damaligen Zeiten gab es vielerorts Banditen und einer solchen Truppe fiel er in die H\u00e4nde. Sie schlugen ihn mit ihren St\u00f6cken und nahmen ihn mit in die weiten Steppen Silvanajas, wo sie ihn an H\u00e4ndler aus dem S\u00fcden verkauften.<br \/>\nLange irrte Lentus durch fremde L\u00e4nder und viele Geschichten berichten von seinen Abenteuern, die er auf der Heimreise erlebte. Denn kaum einer kannte das kleine, junge Land Engonien und seinen g\u00f6ttergesalbten Kaiser Jeldrik und niemand konnte ihm den Heimweg zeigen.<br \/>\nEine Begebenheit geschah wie folgt: Nach einigen Jahren Herumirrens war Lentus mit einer kleinen Reisegesellschaft am Hofe von K\u00f6nig Utha angelangt. Dort halfen sie ihm bei einem Problem mit einigen nahen Schwarzmagiern. Beeindruckt von Lentus bot Utha ihm die Hand seiner Tochter Sara an und damit das Erbrecht an dem K\u00f6nigreich. Lentus sprach zu dem K\u00f6nig: \u201eHochverehrte Majest\u00e4t! Es ehrt mich, dass ihr mich so hoch belohnen wollt, doch kann ich diese wundersch\u00f6ne junge Frau nicht ehelichen. Unter den Augen meiner Herrin Lavinia habe ich mein Versprechen einer jungen Frau gegeben, meinem geliebtem Weibe. Nicht Gold noch Edelsteine, noch Folter oder Todesgefahr k\u00f6nnten mich von diesem Gel\u00fcbde entbinden. Daher erbitte ich eure Entschuldigung, wenn ich die Belohnung ausschlage.\u201c K\u00f6nig Utha war einerseits zornig \u00fcber die Ablehnung und andererseits ger\u00fchrt \u00fcber die Treue des Lentus und verbannte ihn nur aus seinem Reiche.<br \/>\nLavinia jedoch erschien ihm in seiner Vision und zeigte ihm den rechten Weg zu seiner Frau. Und mit ihrer Gnade und F\u00fchrung sollte er schlie\u00dflich zu seiner Familie zur\u00fcckkehren.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><b>Tallius<\/b>, Schutzherr der Seefahrenden und der Toten<\/td>\n<td>Tapfer, F\u00fcrsorglich, Humorvoll<\/td>\n<td>Tallius, ein flei\u00dfiger Fischer aus Stejark und f\u00fcrsorglicher Familienvater, war lange Jahre seiner Arbeit nachgegangen. Er war kein reicher Mann, aber ihm und seiner Familie ging es gut, bis eines Tages sein \u00e4ltester Sohn krank darnieder lag. In dem kleinen Dorf gab es keinen Priester, war es doch die Zeit der gro\u00dfen Orkkriege. Also gab er seine mageren Ersparnisse f\u00fcr einen Quacksalber aus, der seinem Sohn helfen sollte. Doch es reichte nicht, also zog er \u00f6fter und l\u00e4nger aufs Meer hinaus und versuchte immer gr\u00f6\u00dferen Fang zu erhaschen um das Geld zu erlangen. Doch er achtete immer weniger auf Wetter und See und so wurde er eines Nachmittags von einem der ber\u00fcchtigten St\u00fcrme \u00fcberrascht, die ihn und sein kleines Boot hin- und herwarfen.<br \/>\nUralte \u00c4ngste wurden wach vor dem Meer der Toten und Tallius fing laut an zu beten und flehte Naduria um Gnade und Lavinia um die R\u00fcckkehr zu seiner Familie an. Doch die Wellen schlugen h\u00f6her und h\u00f6her und zerschlugen sein Boot. Und als er, ersch\u00f6pft von dem Kampf gegen die Naturgewalt, langsam im Meer versank, war ihm, als s\u00e4he er zwei Frauen. Die eine Frau gewaltig und gro\u00df, bekleidet mit Sturmwolken und ein Gesicht wie ein wilder Sturm, die stolz \u00fcber dem Meere stand und ihre Hand nach ihm ausstreckte. Die andere Frau, umh\u00fcllt von einem Kleid aus Kirschbl\u00fcten, die sch\u00fctzend vor ihm schwebte, viel kleiner als ihr Gegen\u00fcber und doch unverr\u00fcckbar. Und ihre Stimme klang wie das Fl\u00fcstern der Eltern, die die \u00c4ngste der Kinder vertreiben:<\/p>\n<pre>\"Schwester, dieser Mann war stets ein guter Vater und ist in dein Reich nur f\u00fcr seinen Sohn gefahren. Schenke ihm deine Gnade!\"\r\nDonnergrollen antwortete ihr: \"Seine Opfer waren nicht genug und impertinent war er, zu glauben, mich und das Meine zu z\u00e4hmen! Daf\u00fcr soll er zahlen!\"\r\nUnd das Wasser schloss sich immer fester um Tallius, dunkel wurde es. Doch wie aus der Ferne h\u00f6rte er eine laute Stimme, laut wie das Br\u00fcllen der L\u00f6win vor ihren Jungen: \"Nein, Schwester! Ich fordere diesen Mann f\u00fcr mich, sein Leben sei meines! Ich stehe zwischen den Menschen und jedweder Gewalt, ob die deine oder die deines Geliebten.\"\r\nUnd eine sanfte Hand schien ihn hochzuheben, kurz bevor er f\u00fcr immer im Meer versank und als ihm dunkel vor Augen wurde, erkannte er die Frauen wieder.\r\nEr erwachte am Strand vor seinem Dorf in der Dunkelheit der acht und lief sofort zu seiner Familie. Seine Frau war au\u00dfer sich vor Sorge, doch er schritt sofort zu seinem Sohn, kniete nieder und betete:\r\n\"Herrin Lavinia, geliebte G\u00f6ttin,\r\nso wie du mich emporgeholt hast aus dem Meere,\r\nso hole diesen hier vom Ufer zur\u00fcck.\r\nSch\u00fctze meine Familie vor Krankheit und Tod,\r\ndarum bitte ich.\"\r\nUnd sein Sohn schlug die Augen auf und ward gesund und die Familie und das ganze Dorf ward ergriffen von diesem Wunder. Nach diesem Tage erbaute Tallius einen Tempel, gewidmet der G\u00f6ttin Lavinia und pflanzte einen Hain von Kirschb\u00e4umen. Und er verbreitete die Kunde der liebevollen G\u00f6ttin, der Besch\u00fctzerin der Menschheit und viel Volk kam und bat um ihren Schutz vor den Gewalten von Krieg und Meer.\r\n<\/pre>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<h3><span id=\"Die_Kulte_Lavinias\" class=\"mw-headline\">Die Kulte Lavinias<\/span><\/h3>\n<h4><span id=\"Allgemein\" class=\"mw-headline\">Allgemein<\/span><\/h4>\n<p>Die Vergebende (<b>Lavinia Venia<\/b>) und die R\u00e4chende\/Strafende (<b>Lavinia Ultrix<\/b>): Alte Wunden werden geheilt, S\u00fcnden vergeben. Jeder ist ein Kind Lavinias, au\u00dfer er verr\u00e4t sie (indem er seine S\u00fcnde nicht bereut, nicht ausreichend opfert etc.), dann r\u00e4cht sie sich -vgl. hierzu Hera, Diana, Aphrodite, Venus&#8230;. indem sie im hiesigen Leben den Scho\u00df der Frau unfruchtbar werden l\u00e4sst, die Ehe von Streit erf\u00fcllt ist, bis der Fehler eingesehen wird. Dann vergibt Lavinia sofort un segnet ihn mit all den Dingen, die ihm zuvor verwehrt blieben.<\/p>\n<p>In Hinblick auf das Meer des Todes: Die Seele bleibt solange dort, bis die S\u00fcnden eingesehen und bereut werden, dann nimmt Lavinia diese Seele auch zu sich (Lavinia Recepta- die Aufnehmende)<\/p>\n<p>Die Vers\u00f6hnende (<b>Lavina Placatio<\/b>) Diplomatie ist eine Eigenschaft, die man Alamar zuschreiben k\u00f6nnte, jedoch geht es hier nicht um die Einhaltung von Vertr\u00e4gen, sondern vielmehr um Vers\u00f6hnung nach einem Streit, ohne dass die Schuld zugewiesen und ein Kompromiss ausgehandelt wird. Hier ist die Vers\u00f6hnung ohne Bedingungen gemeint, denn wenn Bedingungen gestellt werden, ist der Friede dahin, wenn sie gebrochen werden.<\/p>\n<p>Die Sch\u00fctzende (<b>Lavinia Tutulina<\/b>) Streit soll gar nicht erst entstehen, insbesondere diejenigen, die sich nicht selber sch\u00fctzen k\u00f6nnen, m\u00fcssen von ihr gesch\u00fctzt werden (sei es das kleine Kind, die alten und gebrechlichen, die Schafherde vor den W\u00f6lfen oder der Betrunkene auf dem Weg nach Hause&#8230; hier wird jeder vor Gefahren gesch\u00fctzt, der diesem Schutz bedarf<\/p>\n<h4><span id=\"Aspekte_f.C3.BCr_die_Liebe\" class=\"mw-headline\">Aspekte f\u00fcr die Liebe<\/span><\/h4>\n<p>Lavinia als G\u00f6ttin der Eintracht und Br\u00fcderlichkeit (<b>Lavinia Concordiae<\/b>): Damit ist zB die Freundschaft gemeint bzw. die platonische Liebe, aber eben auch \u201eEinheit\u201c Sie wird zb von einer Zunft angerufen, um Streitigkeiten beizulegen. Vor einem wichtigen Treffen (sei es das Zunfttreffen, eine Ratsversammlung oder sonst irgendein Treffen, bei dem pers\u00f6nliche Begehrlichkeiten vor einem einem Ziel der gemeinschaft zur\u00fccktreten sollen) wird ihr geopfert, damit es keine Unstimmigkeit gibt. Die Gemeinschaft ist also wichtiger als der Einzelne, dies kann nat\u00fcrlich auch auf privaten Belange zutreffen (wobei ich bezweifle, dass vor einem Familientreffen Lavinia Concordiae angerufen wird&#8230;)<\/p>\n<p>Lavinia als &#8222;Unser Aller Mutter&#8220; (<b>Lavinia Mater<\/b>) oder (<b>Lavinia Patrona<\/b>)<\/p>\n<p>Lavinia als Schutzpatronin der Familie, des Heims und des Herdes (<b>Lavinia Genetrix<\/b>)<\/p>\n<p>In dieser Form wird Lavinia als \u201eStammmutter\u201c verehrt, die Blutlinie und Abstammung spielt hier also eine \u00fcbergeordnete Rolle, was sicher eher f\u00fcr den Adel und reiche Kaufmannsdynastien wichtig ist. Diese Verehrung spielt sich auch eher im privaten ab- \u00e4hnlich wie Vorfahrenverehrung. Als Schutzheilige der werdenden M\u00fctter wird sie als &#8222;die ans Lichtbringende&#8220; (<b>Lavinia Lucifera<\/b>) bezeichnet.<\/p>\n<h4><span id=\"Kleinere_Kulte\" class=\"mw-headline\">Kleinere Kulte<\/span><\/h4>\n<p><i>Lavinia Virilis<\/i>: Sie ist f\u00fcr das Gl\u00fcck der Liebenden zust\u00e4ndig, damit ihre Liebe sich erf\u00fcllt und wachsen und gedeihen kann (hierbei ist die Ehe bspw. Nicht wichtig)<\/p>\n<p><i>Lavinia Lubentina<\/i>: Als G\u00f6ttin der sinnlichen Lust, sei es im Ehebett, oder im Bordell.Nat\u00fcrlich gibt es dazu keine gro\u00dfen Tempel f\u00fcr und sie wird auch nicht in der \u00d6ffentlichkeit verehrt, sondern nur privat.<\/p>\n<p><i>Lavinia Cupiditatis<\/i>: Sie ist zust\u00e4ndig f\u00fcr die leidenschaftliche Hingabe zu einer Aufgabe. Sei es der Drache, der im Rahmen eine Minneaufgabe get\u00f6tet werden soll, oder eben das Schaffen der Handwerker und K\u00fcnstler, die von ihr die besondere Inspiration erhoffen<\/p>\n<p><i>Lavinia Admoneta<\/i>: In dieser Auspr\u00e4gung hofft man auf Lavinias Hilfe nicht die falschen Entscheidungen zu treffen oder drohendes Unheil zu erkennen.<\/p>\n<p><i>Lavinia Sanata<\/i>: Als Schutzpatronin der Heiler\/Helfer<\/p>\n<p>Es gibt sicherlich noch viele weitere kleine Kulte, die spielen aber nicht so eine gro\u00dfe Rolle oder sind lokal begrenzt. So unterschiedlich wie das Verst\u00e4ndnis von Liebe ist, sind auch die vielen Kulte. Prinzipiell aber gilt: Man ist nicht Priester\/in eines dieser Kulte, sonder steht \u00fcber diesen Kulten und wei\u00df, welchen Aspekt Lavinias man f\u00fcr welches Begehren anrufen sollte, zu welchem Heiligtum man pilgern sollte oder auf welchem Schrein man opfert. In den gro\u00dfen Laviniatempeln k\u00f6nnte es verschiedene Schreine f\u00fcr die verschiedenen Auspr\u00e4gungen geben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Lavinia Lavinia ist grunds\u00e4tzlich eine gute Gottheit. Sie steht f\u00fcr alles, was einem halbwegs normalen Menschen wichtig ist: Frieden, Liebe, Einigkeit und dergleichen mehr. Sie besch\u00fctzt die ihren, jedoch nicht durch Waffen oder gar Kriege, sondern indem sie einem jeden ihre Hingabe, Liebe und Zuneigung schenkt, der zu ihr betet. 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