Der Städtebund von Tangara > Brega
In der Umgebung von Brega.
Simon de Bourvis:
Er nahm einen tiefen Schluck und unterdrückte mühsam ein Husten "...und wenn du zuhause gewesen wärst anstatt von mir durchs ganze Reich gezerrt zu werden, dann wäre Vieles vielleicht nie in Gang gesetzt worden."
Mel:
"Ja, vermutlich wäre ich dann verheiratet und hätte Kinder. Vermutlich wäre ich auch eine gewisse Zeit glücklich. Aber das war nie der Plan, den ich für mein Leben hatte. Außerdem habe ich Engonien kennengelernt, welche Frau oder Dame in meinem Alter kann das schon von sich sagen?"
Sie machte eine kleine Pause und starrte ins Feuer.
Ja, sie hatte Engonien bereist, im Krieg zwar, und darum hatte sie viel Elend gesehen, aber sie hatte ebenfalls gesehen, wie die Leute ihre Häuser neu aufbauten, neuen Lebensmut schöpften.
"Ich bin glücklich so."
Dan wagte sie es endlich Simon genau zu mustern."Was ist mit Dir? Bist Du glücklich mit deinem Leben?"
Simon de Bourvis:
Langsam lehnte er sich zurück und starrte ins Feuer.
"Glücklich?...Darüber habe ich lange nicht mehr nachgedacht. Zufrieden? Es hätte schlimmer kommen können, aber manchmal fragt man sich eben, ob es nicht auch besser gegangen wäre..."
Er hielt kurz inne.
"Und da ist dieses unbestimmte Gefühl, dass diese Zeiten zu ruhig sind, dass da noch etwas ist, das auf uns wartet, etwas, was auf uns zu kommt wie eine Strumfront, die in der Dunkelheit verborgen ist, aber deren Grollen man erahnt..."
Mel:
"Mhm" Lorainne fuhr sich durch die Haare.
"Du solltest nicht darüber nachdenken, sondern es einfach sein. Ich glaube nicht, dass vieles besser gegangen wäre, machen uns doch die Erfahrungen erst zu den Menschen, die wir sind. Ich hatte eine wundervolle Familie- sicher habe ich mir oft eine andere, besserer gewünscht. Ich hatte einen guten Lehrmeister, ich habe viel lernen können. Und jetzt habe ich eine neue Familie. Zugegeben, eine sehr sehr seltsame, aber ob ich eine bessere finden könnte? Ich glaube nicht."
Langsam schüttelte sie den Kopf.
"und Du, viele leute fragen Dich um Rat, und hören meist auf ihn. Zudem sind sie immer froh Dich und Dein Schwert in ihrer Nähe zu wissen. Du solltest Anders mit Dir nehmen. Sie liebt Deine Geschichten, und ich glaube... mhm... sie hat die Fähigkeit, die dunklen Stellen im Herzen eines Menschens ergründen zu können, ohne sich davor zu erschrecken. sie hat mir allein durch ihre Anwesenheit geholfen. Vielleicht tut sie auch Dir gut."
Ihr Blick schweifte unverbindlich in die Ferne, um Simon einen Moment für sich zu geben.
Simon de Bourvis:
"Nein...sie hat sich Dir und Deiner Sache verschrieben, dieser Verpflichtung solltest Du sie auch nachkommen lassen.
Was meine Grübeleien angeht, wahrscheinlich war ich zu lange untätig. Im Krieg waren wir jahrelang unterwegs von einem Gefecht ins nächste und dachten oft genug das nächste würde zugleich unser letztes sein...
Nun kommt es mir wohl so vor als sei es einfach zu friedlich, die Schwerter setzen Rost an und der Geist wird ruhelos.
Gib also nicht allzuviel auf mein Gerede."
Er zwang sich zu einem lächeln.
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