Der Städtebund von Tangara > Brega
In der Umgebung von Brega.
Anders:
Anders Kopf schnellte herum. "Hab ich doch gesagt.", rief sie aus und grinste breit. "Kein Tier!", sie wollte grade aufspringen da hielt Vanion sie zurück. Sie blickte zu ihm hoch in das angespannte Gesicht. "Soll ich nicht nachgucken gehen?", flüsterte sie und blickte wieder auf den Wald.
"Was wenn er Hilfe braucht"
Mel:
Trotz der Anspannung musste Lorainne lachen.
"Dass ausgerechnet Silas Hilfe braucht, bezweifle ich doch stark. Er ist einer der besten Späher meines Vaters gewesen. Der konnte sich schon als Junge überall hinschleichen. Er hat unserer Köchin oft kleine Kuchen gestohlen, und sie dann mit Alain, Antoine und mir geteilt. Uns hat sie stets erwischt, aber Silas konnte das."
Ein wehmütiger Schatten huschte uber ihr Gesicht.
"Nein, Silas schafft das auch alleine. Immerhin hat er lange genug im Wald gelebt, dass er Gefahren einschätzen kann. Wäre es gefährlich, hätte er es uns wissen lassen."
Vanion:
Nun konnte Vanion sich ein Brummen nicht verkneifen. "Doch seit Alain fort ist, ist er verschlossen geworden. Silas war einer der ersten, der offen mit mir gesprochen hat, und einer der wenigen, der sich an meiner Abstammung kein Stück gestört hat. Aber Lorainne hat Recht. Er braucht gewiss keine Hilfe. Er ist klug genug, um zu schreien, wenn er Hilfe braucht, und wohl geschickt genug, sich nicht im Dunklen überraschen zu lassen. Hat er eigentlich eben gelauscht? Er sollte nicht in der Nähe sein."
Torben Menasa:
Silas entspannte seine Armbrust, als er keine Gefhr entdecken konnte. Zu seinen Füßen lag ein junges Rehkitz, welches in einer Lebendfalle gefangen war; einer Drahtschlinge, welche sich in die Hinterläufe reingebohrt hatte.
Silas war zwar selbst Jäger, aber diese Praktik verabscheute er abgrundtief.
//Anders kann garantiert gut mit Tieren/
Silas befreite vorsichtig das Kitz aus der Falle. Dieses war mittlerweile sogar zu schwach, um davonzulaufen.
Nachdem er seine Armbrust gesichert und am Gürtel eingehängt hatte, zog er seinen Mantel aus, wickelte das Reh darin ein, hob es hoch und ging Richtung Lager.
Das Kitz zitterte in seinem Mantel wie Espenlaub im Sturm. Silas hoffte, dass Anders ein gutes Händchen hatte.
Während er auf das Lager zuging, dachte er an früher, wo Antoine einmal einen verletzen Hasen gerettet hatte. Ein Lächeln schlich sich in sein Gesicht, als er daran dachte, wie Antoine den Hoppel auf dem Stallboden versteckt hatten und alle ihm Essen brachten, bis Lorainne ihn irgendwann wieder in die Freiheit entlassen konnte.
Anders:
Anders drehte den Kopf erstaunt zu Lorainne. "Er hat gestohlen? Und du auch?"
Das konnte sie sich so gar nicht vorstellen. Vor ihrem geistigen Auge tauchte wieder der große Mann mit den schwarzen Haaren und dem weiten Gewand auf, von dem man so leicht denken konnte es sei ein Kleid.
//Ich habe hier zwar nicht die Gerichtsbarkeit, aber wir sollten diese Art von... Findungen besser unterlassen. Normalerweise verlieren solche Leute eine Hand.//
Sie verzog leicht das Gesicht und widerstand mit Mühe der geistigen Gestallt die Zunge raus zu strecken. Sie hatte alles wieder zurück gegeb, ganz abgesehen davon, dass sie sich nur einen Spaß erlaubt hatte. Pfff.. Erwachsene waren manchmal so staubig...
Eine neue Strähne wurde zu einem Zopf geflochten. Damit fehlten nur noch vier. Kaum war sie mit zwei weiteren fertig hörte sie schon wieder ein Geräusch und drehte sich um. Silas kam aus dem Wald und trug etwas in seinen Mantel eingewickelt. Ein kleiner Kopf schaute daraus hervor, die feuchten Dunklen Augen so weit, das man das weiße Sehen konnte. Nun war Anders nicht mehr zu halten. "Schaut nur Silas hat ein Reh gefunden.", rief sie und lief auf ihn zu.
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