Der Städtebund von Tangara > Brega
In der Umgebung von Brega.
Mel:
Gerade mit Mühe konnte sie sich einen kleinen Schrei unterdrücken. Sie hatte nicht damit gerechnet, dass außer Vanion überhaupt schon jemand wach war und war so sehr in ihren Gedanken und Träumereien versunken gewesen, dass sie Anders nicht hatte kommen hören.
Wobei man Anders selten wirklich hörte. Man fühlte mehr, dass sich jemand in der Nähe aufhielt- zumindest wenn man wachsam war.
Lorainne schalt sich selbst, dass sie es nicht gewesen war.
"Weil ich es mag, wenn die Wäsche nach Lavendel oder Minze riecht. oder diese wunderschönen duftenden Blumen, die Fleur immer zwischen die Wäsche packte."
Bibbernd nahm sie ihr Handtuch und trocknete sich sorgfältig die Füße ab, bevor sie wieder in die Stiefel schlüpfte. und hüllte sich samt nasser Tunika in den warmen Umhang ein. Sie freute sich schon auf die frischen Sachen, die im Lager auf sie warteten, hier hätten sie nur an nassen Ästen gehangen oder hätte wohlmöglich im Schlamm gelegen.
Auf Anders weitere Frage murmelte sie nur ein "Ich träume nicht- ich war nur nicht sehr müde". Was in gewisser Weise ja auch nicht gelogen war. Wenn man den Schlaf meidet, konnte man schliesslich auch nicht träumen.
DOch der Gesichtsausdruck des Kenders bereitet ihr Sorgen.
"Was ist los? Warum träumst DU denn so schlecht?"
Es wollte nicht in ihr Bild passen, dass den kleinen Kender, der fast immer so unbeschwert wirkte, etwas ernsthaft zu bedrücken schien.
Anders:
Anders Finger spielten in dem kalten Wasser des Baches, malten unsichtbare Muster in die bewegte Oberfläche. "Heute hab ich besser geschlafen. Vielleicht weil das Reh da war.", überlegte sie laut und spritzte das Wasser über den Bach.
Sie blickte hoch zu Lorainne. Das sie nicht sehr müde war glaubte sie ihr nicht. Vielleicht gestern, aber jetzt sah sie sehr müde aus. Sie wischte sich die Hände am Umhang trocken und überlegte. "Es gibt unterschiedliche Sachen.", meinte sie schließlich leiser und dachte nach. "Zum einen sind es die Gesichter der Anderraner. Ich träume eigentlich jede Nacht von ihnen, mal mehr und mal weniger stark."
//Aber da ist noch etwas...//
Nachdenklich kaute sie auf ihrer Lippe und überlegte. Schließlich sah sie auf und lächelte wieder. " Wenn du heute auf dem Ritt Zeit hast, dann erzähl ich dir eine Geschichte. Eine wichtige Geschichte, oder heute Abend vielleicht. Nicht jetzt, dir ist kalt und es ist... Zu schwierig zu verstehen und zu erzählen. Und auch nicht für jeden...ich möchte sie DIR erzählen. Wenn du heute Zeit hast oder in näher Zukunft dann auf jedenfall. Es ist wichtig."
//Hoffentlich hört sie sie an es wird wichtig sein, dass sie es weiß.//
Anders schüttelte den Kopf und versuchte auch damit die Unsicherheit los zu werden, was ihr mäßig gelang. Dennoch.
Nach einem kurzen schweigen Blickte sie Lorainne an und meinte:" Im Gegenzug kannst du mir ja von La Follye erzählen. Ich will dir sehr gerne helfen und alles, aber ich weiß garnicht genau... Hm nein. Ich kenne La Follye nicht und ich bin sehr neugierig was am Ende unseres Weges steht."
Mel:
Lorainne war ein wenig peinlich berührt und wusste nicht so recht, was sie darauf antworten sollte.
Dieses kindliche vertrauen rührte sie, und versetzte ihr gleichzeitig einen schmerzhaften Stich.
William und Juliana
Schliesslich nickte sie bestätigend:"Wie Du meinst. Ich denke, dass wir ausreichend Zeit haben, schliesslich haben wir noch einen langen Weg vor uns."
Da sie wirklich fror, stakste sie steif zurück zum Lager und begann von La Follye zu erzählen:"Die meisten Männer, die uns begleiten oder im Wald sind, kenne ich schon seit meiner Kindheit. Fulk zum Beispiel, er hatte einen nicht geringen Anteil an meiner Erziehung." Sie grinste und sah schon wieder viel frischer aus.
"Silas, mit ihm habe ich viel gespielt in meiner Kindheit, bis mein Vater wieder heiratete und Wert auf meine Erziehung und meinen Umgang gelegt wurde. Nicht, dass mich das abgehalten hätte, mit ihm und Antoine durch Pferdeställe zu toben, bis Benjen- Kanappe meines Vaters uns an den Ohren wieder herausgezogen hat"
Du stinkst nach Pferd hörte sie Giselle, ihre Stiefmutter im Geiste. Doch heute entlockte ihr das keine zornigen Tränen mehr, sondern nur noch ein müdes lächeln. Sie hatte schon schlimmer gerochen. Rauch, Schwefel, Blut, Erbrochenem und was der menschliche Körper an Ausscheidungen hergab. Gerüche eines Krieges eben.
"Wie gesagt, die meisten haben meinem Vater schon gedient, als ich ein Kind war. Ansgar zum Beispiel war einfacher Bauer. Auch Simon kenne ich schon mein Leben lang. Er muss uns oft besucht haben, als ich noch klein war- ich kann mich nicht mehr richtig erinnern. Mein Vater erzählte nur davon, dass Simon ihn immer wieder versucht hat zu überreden, noch einmal an einem Turnier teilzunehmen- beide waren früher in der turniermannschaft des Barons und wohl sehr erfolgreich. Vielleicht, jetzt, wo die Zeiten ruhiger werden- und vielleicht auch bleiben- wird es wieder ein Turniermannschaft geben." Verträumt lächelte sie.
Anders:
Anders hörte aufmerksam zu und stapfte hinter Lorainne her. "Das klingt toll. Du hattest wohl viel Spaß damals.", sagte sie und kichere dann weil sie sich versuchte vorzustellen wie Lorainne durch einen Pferdestall tobte. Sehr komisch.
"Wie groß ist das Gut. Wie sieht es aus? Hattet ihr viele Pferde? Und einen großen Wald?"
Sie stoppte vor dem Zelt auf das Lorainne zugehalten hatte. Sie würde sich umziehen wollen und Anders war sich ziemlich sicher, dass ihre Anwesenheit dort nicht erwünscht war. Es sei denn Torlinie brauchte Hilfe beim anziehen... Aber so Akt war sie nun auch noch nicht. Obwohl sie schon älter war als so mancher Kender, zumindest ging Anders davon aus. Aber Lorainne war ja auch kein Kender.
Mel:
"Viele Pferde? Eh... für einen Firngarder denke ich schon, ja. Zwei Reitpferde und ein Pony. Und den ein oder anderen Ackergaul, nicht so stattlich, aber groß und stark. Theoretisch kann man auch die reiten- obwohl die manchmal launiger sind als so mancher Esel." rief sie aus dem Zelt.
eine Moment später stand sie in frischen Sachen vor ihr.
"Der Wald ist riesig. Es liegt im Nordosten von Blanchefleur, zieht sich hinein bis nach Marnois im Osten und eben weit in den Norden, Richtung Oscronne."
Lorainne griff nach einem Stück Brot von ihrem Teller und fuhr zwischen zwei Bissen fort:"La Follye besteht aus dem Haupthaus und ein paar Nebengebäuden. Am Hauseingang hatte meine Mutter Kletterrosen gepflanzt. Mittlerweile wachsen sie bis unter das Dach. Ein Turm gehörte auch dazu, der ist aber schon vor Jahren eingestürzt. Mein Vater wollte ihn immer wieder aufbauen lassen, aber dazu ist es nie gekommen. aber eigentlich kann man La Follye nicht beschreiben, man muss es sehen. Es ist wunderschön. Nicht so prunkvoll wie der Hof des Barons, es steht dort auch keine Burg, es ist eher schlicht. " Es klang fast wie eine Entschuldigung.
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