Der Städtebund von Tangara > Brega

In der Umgebung von Brega.

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Simon de Bourvis:
Simon schüttelte unmerklich den Kopf. "Lady!" Gute Güte, die Sprache der Yorks breitete sich wie ein übler Hautausschlag aus.
Er fragte sich ,warum dieser Silas dauerhaft so überspannt war, wie ein Bogen der drohte auseinanderzubrechen. Vielleicht war es die Jugend. Möglicheriwese, war der junge auch zum ersten mal weiter weg von zuhause als bis Raines.
Eines war aber klar: Die jungen Männer, die diese Anspannung nicht abgelegt hatten, waren auch nicht aus dem Krieg zurückgekommen.

Anders:
Anders blickte Silas hinterher und klopfte ihrem Pferd den Hals. Dann setzte sie sich gerade hin und streckte sich. Es kaute auf seinem Gebiss und schüttelte den Kopf. Anders blickte in den Himmel und lächelte. Die Wolken waren heute nicht so dick wie die letzten Tage und noch war kein Regen zu sehen. "Ich glaube heut wird ein Schöner Tag.", wannte sie sich wieder an die wartenden und spielte mit der Mähne ihres Pferdes. Ihre Gedanken kreisten wieder um die Geschichte die sie erzählen wollte.

Simon de Bourvis:
Nachdem sich die allgemeine Aufregung gelegt hatte, ritten sie wieder alle gemeinsam.

"Was haltet ihr eigentlich von gerhards neuer Stellung?"

Anders:
Anders deren Pferd neben Simons ging schaute zu ihm auf. "Wie neue Stellung? Ist er nicht mehr bei den Valkensteinern?"
Das wunderte die sehr. Der alte Mann mit den freundlichen Worten sollte nicht mehr bei den Leuten sein die er doch so mochte? Das konnte sie sich kaum vorstellen. Sie lächelte beim Gedanken an ihn. Ja sie möchte ihn. Als sie ihn das erste mal gesehen hatte war die doch sehr verwundert gewesen wie alt Menschen werden konnten. Aber er möchte den Wald, genau wie sie.

Vanion:
"Doch, ist er durchaus. Doch die Baronin von Sterjak, in deren Dienst auch der alte Neunfinger steht, hat Sterjak aufgegeben. Ich glaube, sie hat Ländereien der Yorks zugesprochen bekommen, wenn ich mich recht erinnere."

Ein wenig mochte Vanion zuviel getrunken haben an diesem Abend im Bregaholz, doch an die Hauptsache erinnerte er sich:

"Jedenfalls hat die Baronin beschlossen, Sterjak per Dekret und in ihrem Namen durch den Herrn Gerhardt Gleitzbach, ich glaube Oberst der Valkensteiner, vertreten zu lassen. Das mag Gerhardt nicht zu einem caldrischen Adligen machen, doch hebt es ihn in eine recht gute Machtposition."

Der Knappe ließ Anders Zeit, diese Informationen zu verarbeiten. Erst wollte er Simon weiterreden lassen, doch der sah ihn nur erwartungsvoll an, als würde er gespannt darauf warten, was Vanion zu sagen hatte. Also fuhr der Knappe fort:

"Seit dem Bürgerkrieg ist Engonien gespalten. Ich war noch zu jung vor dem Krieg, um mich für das zu interessieren, was hinter den Feldern meines Vaters liegt, darum weiß ich nicht genau, wie es vor dem Krieg tatsächlich war.
Doch nun gibt es acht ..nein, neun Gebiete, auf die verschiedene Männer Anspruch erheben. Simon wird sie alle aufzählen können, doch ich will es versuchen:
Tangara. Andarra, Silvanaja. Natürlich Caldrien. Dann gibt es Middenfelz und Hanekamp - oder liegt das eine im anderen? -, wo Reste des Lupus Umbra sitzen. Reichsfeld mit den Valkensteinern gehörte früher zu Andarra, nun ist es eine eigene Provinz. Nein, ich glaube, ich kriege sie nicht alle zusammen.

Das Wichtige ist jedoch, dass sich nach dem Krieg ein mehr oder weniger stabiles Gleichgewicht entwickelt hatte. Man leckte seine Wunden, richtete seine Wirtschaft und überprüfte, was überhaupt übrig geblieben war. Nun langsam scheint es so, als ob die Politik nicht mehr nur aufs Innere gerichtet ist, sondern auch wieder gierige Blicke auf den Besitz des Nachbarn geworfen werden. Jedenfalls sagen das die Gerüchte, die in Tangara herumschwirren wie Fliegen über einem Misthaufen.
Ich glaube, dass der Wahrheitsgehalt dieser Gerüchte ungefähr so hoch ist, wie besagter Misthaufen nach Rosen duftet - aber nun bekommen die Valkensteiner einen der größten Seehäfen Engoniens mit Stejark. Natürlich stehen sie im Bunde mit der Imperatorin in Caldrien, und trotz aller Drohgebärden habe ich die Valkensteiner nicht als ein machthungriges Volk kennengelernt. Doch man weiß nie! Gerhardt ist in vieler Hinsicht ein außergewöhnlicher Mann, und wer vermag es schon, in seinen Kopf zu schauen?"

Vanion holte eine tönerne Flasche aus der Satteltasche und nahm einen tiefen Schluck.

"Aber ich bin abgeschweift. Ich kann keinen Grund dahinter erkennen, weshalb die Baronin von Sterjak, die Dame von Dunkelfeld, ausgerechnet Gerhardt ausgewählt hat. Vielleicht, weil sie ihn als aufrechten, ehrlichen Mann mit einem Gespür für Macht und Verantwortung erkannt hat. Vielleicht war sie auch betrunken."

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