Der Städtebund von Tangara > Brega
In der Umgebung von Brega.
Torben Menasa:
Silas musste dann doch etwas schmunzeln.
"Ja, da hast du Recht."
Grade als ein lächelnder Glanz in Silas Augen sich schleichen wollte, trübte sich sein Blick aber wieder.
"Bei Tieren kannst du dir aber sicher sein, wie sie sich verhalten. Bei Menschen ist dass schwierig. Selbst die einem nahe stehen, können einen erschrecken. Oder sie verändern sich und man erkennt sie manchmal nicht wieder."
Traurig glitt sein Blick über die Gruppe.
Kurz danach lächelte Silas wieder Anders an.
"Es tut aber gut, einen Sonnenschein wie dich dabei zu haben. Ich hoffe, dass du dir dein Gemüt bewahren kannst."
Anders:
"Das sagt man mir so oft."
Sie war mit dem zweiten Zopf fertig. Wenn sie so weiter machte würde bald die ganze Mähne voll sein. Mit den Fingern strich sie durchs zottige Fell und wieder schienen ihre Augen zu leuchten. Aber ihr war Silas trauriger Blick nicht entgangen.
Eine Weile schaute sie ihn an und legte dann eine Hand auf seinen Arm. Sie überlegte ob sie etwas sagen sollte. Was sagte man bei sowas...? Sie vermutete das es um seinen Bruder ging. Nun schien sich auch ein trauriger Schleier auf ihre Augen zu legen. Schließlich sagte sie einfach nichts, sondern ritt eine ganze Weile einfach nur schweigend neben ihm her. Schließlich blickte sie auf.
"Ich hab Haselnüsse. Willst du welche?"
Torben Menasa:
Silas hing seinen Gedanken hinterher und so zuckte er kurz zusammen als Anders ihn berührte. Es fühlte sich aber sanft an und so entspannte Silas merklich. Er genoss es, neben Anders zu reiten.
Als sie ihm Nüsse anbot, nahm er dankend an.
An einem Strauch am Straßenrand, an dem sie vorbei ritten, bückte Silas sich geschickt und griff nach einer Blume; gelb in der Mitte mit länglichen weißen Blüten.
"Für dich, Sonnenschein. Sie passt zu deinen Zöpfen und als Dank für die Nüsse."
Silas stockte kurz:
"Ich denke, dass du auch was auf der Seele hast. Da ich das von mir kenne, biete ich dir an, dass du ruhig zu mir kommen kannst und wir reden einfach mal über alles was dich belastet."
Er lächelte Anders sanft an.
Gleichzeitig ging die Sonne über den Wipfeln auf und tauchte alles in ein goldenes Licht; die Wiese glitzerte wegen dem Tau, die Vögel begrüßten den neuen Morgen.
Anders:
Anders hohlte den kleinen Beutel hervor in dem sie die Nüsse mit sich herum trug und gab Silas eine Hand voll ab. Sie fragte auch die anderen ob sie welche wollten und streckte sich dann selbst eine zwischen die Zähne um sie zu knacken. Sie Hülsen ließ sie neben dem Pferd auf den Boden fallen.
Als Silas ihr die Blume hinhielt schaute sie erst verblüfft aber dann nahm sie sie breit grinsend an. "Danke.", sagte sie und hielt sie vorsichtig zwischen Daumen und Zeigefinger um sie zu betrachten. Sie war sehr schön und Anders wunderte sich das so spät im Herbst noch Blumen blühten. "Sie ist eine Kämpferin.", sagte sie und steckte sie sich hinter eines ihrer spitzen Ohren. Als Silas sie auf die Schatten ansprach schaute sie wieder verblüfft. Normalerweise bemerkte niemand wenn sie traurig war.
//Kommt ja auch selten vor.//, berichtigte sie sich und schaute auf eine der Nüsse in ihren Fingern. "Normalerweise merkt man das nicht.", meinte sie schließlich leiser und etwas unsicherer. Wieder steckte sie die Nuss zwischen die Zähne und knackte die Hülle. Dann spuckte sie die Hülsen aus und schaute zu ihm hoch. "Das erzählt man nicht einfach so. Es... ", sie blickte nach vorne zu Lorainne. "Es ist gefährlich. Und je mehr Leute davon wissen umso gefährlicher wird es."
//Für mich.//
"Außerdem rede ich nicht so gerne darüber und..."
In dem Moment brach die Sonne durch die Wolken und Anders verstummte gebannt von dem Bild das sich ihr bot. Sie sog den Augenblick in sich auf und ließ in in ihrem Herz leuchten. Sie liebte solche Augenblicke, kleine Wunder die überall versteckt waren.
"Und außerdem ist der Tag viel zu schön um traurig zu sein. Ich glaube das viele Menschen so faltig sind weil sie immer denken und sich Sorgen machen. Und dann sehen sie so etwas und können sich nicht mehr freuen." Sie deutet auf die landschaft vor sich. "Ich will niemals so traurig und grau wie die Wolken am Himmel werden."
Torben Menasa:
Silas schaute Anders lange an.
"Wenn die grauen Wolken zu lange grau sind, dann gewittert es. Aber wenn sie ab und an etwas Last verlieren und es regnet, dann ist der Sonnenschein danach noch viel schöner."
Silas hielt kurz inne, bevor er weitersprach:
"Du musst ja nicht mit mir reden, aber rede mit jemandem, bevor du eine Gewitterwolke wirst."
Silas schaute sich um und lächelte bei dem Farbenspiel der Sonne.
"Ich habe gehört, du kennst dich in der Heilkunst aus?" Wechselte Silas das Thema, um nicht selbst in gedanklich dunklen Gefilden zu schiffen.
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