Der Städtebund von Tangara > Brega

In der Umgebung von Brega.

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Vanion:

--- Zitat von: Mel am 11. Okt 14, 18:36 ---"Dieser Geschichte lässt es sich wohl leihter zuhören, n´est pas?" war Lorainnes Stimme aus der Dunkelheit zu vernehmen. Rasch erhob sich Didier und grinste Vanion zu, bevor er sich mit einer leichten Verbeugung zurückzog.
"Huren sind sicher interessanter, als alte Sagen, aber diese Sagen sind Teil Deiner Geschichte Vanion. Willst Du denn gar nicht darüber erfahren?"

--- Ende Zitat ---

"Ich kenne Roderics Geschichte." Vanion seufzte. "Mir ist einfach nicht nach Geschichten zumute. Außerdem muss einer nunmal nach den Pferden sehen, und ich wollte Anders nicht das Vergnügen rauben. Hast du gesehen, wie ihre Augen leuchten?"
Nochmal überprüfte Vanion die Gurte und Riemen.
"Du solltest Simon sagen, dass er ums Maul herum nicht immer so fest ziehen soll. Es ist nicht blutig, aber der Riemen sitzt zu eng."
Endlich schien alles zu seiner Zufriedenheit geregelt zu sein.
"Teil meiner Geschichte.. so Vieles ist Teil meiner Geschichte. Um ehrlich zu sein, hatte ich gehofft, dass du mir hinterher kommst. Didiers Geschichten sind gewiss lustig, aber es gibt noch etwas, was wir unter vier Augen besprechen müssen." Tief holte der Knappe Luft.
"Savaric. Egal, wie ich es drehe und wende. Wir kämpfen gegen meinen Onkel, mein Fleisch und mein Blut. Ich mache mir nicht erst seit Brega Gedanken darüber.
Savaric ist ein Mörder, ein Lügner, Betrüger und Verräter an der Königin. Er steht mit Mächten im Bunde, die nichts als Leid über Engonien gebracht haben. Es besteht kein Zweifel daran, dass er schuldig ist und für seine Verbrechen zahlen muss - mit dem Tod. Bei den Göttern, er hat sogar versucht, mich, seinen Neffen, töten zu lassen! Nichts verbindet mich mit ihm, keine Liebe und keine Familienbande."
Unschlüssig sah Vanion Lorainne an, doch in ihrem Gesicht war in der Dunkelheit nichts zu lesen.
"Doch wenn ich ihn erschlage, dann bin ich ein Sippenmörder. Auch wenn du ihn erschlägst, fällt die Schuld auf mich. Wir schwingen uns zu Richtern auf, zu Richtern über das Leben meines Onkels. Richter und Henker. Ich habe nachgedacht, gebetet, Lavinia angefleht, mir einen Weg zu zeigen - doch fand ich Trost bei einem Diener Alamars, ein Bruder aus dem Kloster in Bourvis.
Ein weltliches Gericht - wenn ein weltliches Gericht Savaric richtet, dann klebt sein Blut nicht an meinen oder deinen Händen. Ich würde das Schwert führen, ich würde nicht zögern, ihn im Kampf zu erschlagen." Glaube ich. "Doch möchte ich kein Mörder werden. Nicht Richter und Henker meines Onkels."

Mel:
"Wenn ich Savaric hinterrücks ermorden lassen wollen würde, hätte ich es schon längst tun können, ich hatte mehr als ein Angebot. Aber das ist nicht der Sinn. Ich will, dass er weiss, wer vor ihm steht und wenn die Götter es wollen, werde ich selbst das Schwert führen, denn es ist mein Recht, Genugtuung zu fordern. Sollte er dann in einem fairen Kampof fallen, sind die Götter mit MIR. Sollte ich fallen, nun, dann ist das ebenfalls ein Gottesurteil."
SIe zögerte kurz, bevor sie weitersprach:"Denkst Du wirklich, ich will ihn einfach nur ermorden? Von hinten? Wie... ein Condrianer? oder Dorell? oder Wassilij?"

Vanion:
"Nein. Ich glaube, du willst ihn im Kampf erschlagen. Du willst nicht das Schwert führen, wenn er auf dem Richtblock liegt, und du möchtest ihm kein Messer im Dunklen zwischen die Rippen rammen. Ein Götterurteil ist nur dann eines, wenn Savaric es akzeptiert, wenn Priester es bezeugen. Glaubst du, dass Savaric es dazu kommen lassen wird?"

Mel:
"Tatsächlich glaube ich das, ja. So hat er eine Chance, sich alles ohne große Mühen unter den Nagel zu reißen. Natürlich ist das Risiko, dass er verliert hoch. Zumindest jetzt, wo er nichts vor uns zu befürchten hat, wird er nicht darauf eingehen. Also müssen wir ihm ein bisschen wehtun und ihn ärgern, ihn aus der Reserve locken. Denn er wird ein soclhes Urteil nur dann ins Auge fassen, wenn es leichter erscheint, als der Weg, der sonst vor ihm läge."
Lorainne verzog den Mund, als sie Vanions Blick sah.
"nein, ich habe noch keinen Plan- zumindest keinen, in dem nicht ein paar unschuldige sterben werden- was ich gerne vermeiden würde, da wir den Rückhalt in der Bevölkerung brauchen."

Vanion:
Nun sah Vanion zweifelnd ins Gesicht seiner Ritterin.
"Unschuldige?"
Der Knappe war nicht dumm. In jedem Krieg litten Wehrlose, meist Frauen und Kinder. Doch mit zwanzig Mann konnte man kaum von einem Krieg sprechen.
"Das sind nicht irgendwelche Menschen. Nicht nur, dass sie einen Wert an sich haben - wir sind für ihr Heil verantwortlich. Du bist die Erbin von La Follye, solange dieses Lehen deiner Familie zugesprochen ist - und ich beerbe Savaric."
Achtung, Junge, das wird eine Gratwanderung. Wähle deine Worte gut. Vanion war Knappe. Er hatte seiner Chevalière nichts vorzuschreiben. Was sie tat und gut hieß, galt auch für ihn. Doch auf der anderen Seite war er Vanion de Roquefort, und früher oder später würde er verantwortlich sein für die Menschen, die auf Savarics Land lebten. Er konnte, nein - er durfte Lorainnes Händel nicht auf dem Rücken seiner Männer austragen.
Doch Lorainnes Worte hatten ihn erschreckt. Menschenleben verschonen, weil man den Rückhalt der Bevölkerung brauchte? Gab es keine anderen, besseren, eines Ritters würdigeren Gründe? Vielleicht war das der Zucker, den er Lorainne geben konnte.
"Nicht nur den Rückhalt dieser Männer brauchen wir. Du wirst für diese Männer und Frauen verantwortlich sein, wenn Savaric erst besiegt ist. Du wirst den Platz deiner Familie wieder einnehmen, rechtmäßig und in Ehren. Du erhebst Anspruch auf das Erbe von La Follye, und das zu Recht - doch dann musst du auch nach bestem Wissen und Gewissen die Deinen schützen und vor Schaden bewahren. Also.. brauchen wir einen Plan, der nicht grade zufällige Waldbrände involviert, fürchte ich."
Mit einem Grinsen versuchte Vanion seinen Worten die Schärfe zu nehmen - doch dann fiel ihm ein, dass es dunkel war.

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